Bruch FestBock (6,8 %) seit 1702 aus Saarbrücken im Saarland:
Sehr süßer, malziger, karamellartiger Geruch, der aber auch etwas scharfes innehat. Bedrohlich braune Farbe. Der Schaum ist beige-braun, recht dunkel, mittelporig und nicht übermäßig prächtig im Stand und Volumen.
Klar malzdominant. Honig-karamell. Schwer und dicht. Was dem Bier aber klar fehlt, ist die Ausgewogenheit und Harmonie. Es wirkt etwas ruppig und kantig. Dazu wenig gemütlich und ausgeschnauft. Eigentlich sollte ein Bockbier ja nicht nur festlich sondern auch mächtig und vollmundig, dazu natürlich auch mit großer Hebelwirkung und dunkler Tiefgründigkeit ausgestattet sein. Dem Bockbier muss einfach dieses bayerisch-gemütliche je nach Grad angenehm betäubende Wirkung eigen sein. Nicht in allen Kriterien kann das Bruch die Höchstpunktzahl einheimsen.
Wenn nur dieser metallisch-künstliche Beigeschmack nicht wäre. Liegt das am Wasser? Oder sind es die Zutaten, die dieses unrunde verursachen?
Der Bruch FestBock ist sicher kein Modellathlet. Er lässt zwar die Muskeln spielen, die Haltung dabei ist aber nicht perfekt. Es fehlt an Milde, Ausgewogenheit, Ruhe und Harmonie. Mit der Zeit macht man sich zwar mit den Umständen gut Freund. Aber ein echtes Bockbier muss mehr Format bieten. Mehr Druck und Gemütlichkeit. Letztendlich kann man sich aber mit dem Bruch doch arrangieren. Obwohl einem der Ballon schwillt.
Fazit: Im Familienbesitz seit 1702
Wertung: + + + - (t 01/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
PS: Wieder einmal geht unser Dank an Gunther R. aus Altstadt für die Organisation dieses saarländischen Biertyps.