Bruch Spezial Bier (4,8 %) seit 1702 aus Saarbrücken im Saarland:
Säuerlich- bzw. feucht-malziger, intensiver, leicht staubig-modriger Geruch. Ungewöhnlich und gleichzeitig interessant. Lässt an geschrotetes Getreide denken. Der Schaum könnte eine Portion mehr Standhaftigkeit gut vertragen. Das Gelb ist satt und klar. Vielen anderen Gebräuen nicht unähnlich.
Recht malziger Antrank. Aber auch Spuren von Apfel (schwach) und etwas dumpf karamelartiges mischen sich bei. Auf jeden Fall ausdrucksstark. Und nicht uninteressant. Vor allem dieser leicht fruchtige und vor allem auch lebhafte Ton macht sich gut. Sicher nicht perfekt in Abstimmung und Harmonie. Aber sicherlich interessant, abwechslungsreich und gut süffig. Vor allem weckt der Genuss dieses Bieres die Hirnpartie auf, die für die Zu- und Einordnung von Geschmack und Aroma zuständig ist auf. Hier geschieht etwas. Wasser wie Kohlensäure kann man zwar nicht in die obere Tabellenregion eingruppieren. Trotzdem macht das Bruch Spezial im Ganzen keine schlechte Figur. Der Abgang ist erfreulich mild-würzig. Prägt sich ein, ohne störende Elemente aufzuweisen. Kommt nicht immer und oft vor. Dazu kann man diesem Bier eine gute Vollmundigkeit attestieren. Es schmeckt frisch. Natürlich. Würzig und geht im Aroma in Richtung malzig-struppig. Alles sitzt an seinem Platz. Zwar werden hier keine neuen Welten entdeckt. Aber die Grundzüge sind nur zu loben. Gutes Bier.
Fazit: Kein Bruch mit der langen Tradition
Wertung: + + + + - (t 02/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Gunter R., unseren Bierlieferanten Nr. 1, für das Besorgen und Horten dieser saarländischen Spezialität.