Bruch's Nr.1 Pilsner, Brauerei G.A. Bruch, seit 1702, Saarbrücken, Saarland, 4,8%vol, 0,5l Pfandflasche:
Dies ist ein ganz mildes Pils. Gemacht aus ganz mildem Malz. Und ganz mildem Hopfen. Nichts ordergründiges. Allerdings macht es einen prima hopfenbetonten Abgang. Der guteSchaum hält leider nicht bis zum Schluß. Die Farbe erinnert an 5-jährigen irischen Whiskey. Im Bier ist ein leichter plastikartiger Geschmack. Und wie es zur Whiskey-Farbe passt, ein anderer Unterton, der leicht rauchig ist. Die Flasche ist aus Glas, daher kann es nicht kommen. Auch dasTrinkgefäß ist kein amerikanischer Plastikbecher, sondern ein deutscher Bembel.
Plastik untergründig. Rauchig untergründig. Egal. Es wird getrunken.
Reinheitsgebot: Ja
Fazit: Frisch, Whiskey und Plastik
Bewertung: + + + (D 11/04)
Bruchs No. 1 Pilsener (4,8 %) seit 1702 aus Saarbrücken im Saarland:
Schwach hopfiger, dumpf-modrig und eher malziger Duft. Der Schaum ist beachtlich. Mittelporig, von großem Volumen und gutem Stand. Die Farbe hell- bis mittelgelb und klar.
Der Antrank wirkt etwas trocken und ungelenk. Der Hopfen ist für ein Pils nicht sonderlich entwickelt. Das Malz steht eher im Vordergrund. Die Harmonie dieses Bieres ist nicht vollendet. Wasser, Kohlensäure und Zutaten bilden keine passgenaue Einheit. Hie und da zwickt es. Vor allem dieses leicht trockene und künstliche nimmt dem Bier einiges an Fahrt. Die Süffigkeit wird durch die Uneinheitlichkeit und leichte Kantigkeit getrübt. Harmonie, Milde, Bekömmlichkeit, rundes Auftreten; es gibt Biere, die können das besser. Der Abgang ist nicht übermäßig heimelig und samtig. Eher etwas grobschlächtig. Ob’s am Wasser liegt, an den Zutaten oder der Umsetzung. Ich weiß es nicht. Klar ist, dass die Saarländer jetzt wieder Sturm laufen und sich beschweren und ergießen werden. Ich kann’s nicht ändern. Trotz größter Toleranz, Offenheit und Objektivität; dieses Bier schmeckt mir nicht. Und im Vergleich zum eben getesteten Waldhaus ist es Klassen schwächer. Ehrlich. Das einzige, das sich hervortut, ist eine interessante malzige Note. Jedoch geht das schon eher in die Richtung Verzweiflung. Unterm Strich enttäuscht diese Bier. Immerhin handelt sich es hier um ein Pils. Und für diese Klasse fehlt es dem Bruch, sei es vielmals die älteste Brauerei der Region, doch an der einen Ecke oder Kante. Mehr Ausgewogenheit, Intensität, Pilslastigkeit und Natürlichkeit wären da unter anderem zu nennen. OK. Lassen wir das. Führt eh in eine Sackgasse. Ist der Antrank noch einigermaßen im Lot, wird es spätestens mit dem Abgang kritisch. - - Eine 3 kann man aber geben.
Fazit: Premium Saraviensis
Wertung: + + + (t 01/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
PS: Wieder einmal geht unser Dank an Gunther R. aus Altstadt für die Organisation dieses saarländischen Biertyps.