Butcombe Blond Premium Beer (4,5 %) 0,5er-Flasche seit 1978 aus Wrington
in England:
Fabelhafte Farbe. Ein honigartiges, goldenes, klares Gelb. Der Schaum
jedoch ist eine einzige Enttäuschung. Klischeehaft. Ungenügend.
Der Geruch ist malzig, etwas aufdringlich süß, honigangehaucht,
treberhaft würzig. Vom Hopfen ist wenig zu spüren. Ein bisschen
Bitterkeit ist dennoch vorhanden. Wie auch ein Hauch reifer Lageräpfel
und eine Spur Mandeln.
Der Hopfen explodiert im Antrank beinahe. Sehr intensiv, leicht blumig,
feinbitter, variantenreich. In der Zutatenliste steht, dass Hopfen aus
Slowenien und (unglaublich!) der Tschechoslowakei. So alt ist der Hopfen
aber hoffentlich nicht mehr. Vielleicht sollte man denen mal sagen,
dass dieser Landesverbund schon eine ganze Weile nicht mehr existiert.
Wohl ein Flüchtigkeitsfehler. Jedenfalls taucht der Hopfen, egal
woher er kommt, den Geschmack in ein angenehmes Bild. Würzig. Kernig.
Fruchtig-reife Apfelnuancen in Zusammenspiel mit Citrusartigen Elementen.
Blumiges. Parfümartiges. Rosenaroma. Vom Malz ist plötzlich
deutlich weniger zu erkennen. Das Süße ist deutlich zurückgefahren.
Das tut dem Gebräu gut. Dennoch ist eine Zuckrige Note nicht von
der Hand zu weisen, die Balance zwischen fruchtig-blumigen Citrushopfenimpressionen
und dem zuckrigen, süßen, leicht honigartigen Malz passt
gut. Ein sehr spritziges und frisches Bier. Wasser und Kohlensäure
bilden ein ordentliches Fundament. Im Malz steckt für Augenblicke
eine etwas dumpfe Karamellnote, die nicht ganz frei wirkt und den Geschmack
etwas hemmt. Ansonsten ist alles flüssig, das Aroma hat einen individuellen
Anstrich. Grapefruit kommt vor, eingerahmt von zartem Ingwer. Ein bisschen
Limone. Rosenimpressionen. Blumiges an sich. Weiter hinten ein paar
Wiesenblumenkräuter. Ein wenig, sehr ungewöhnlich, Schweißnuancen.
Etwas Buttriges haftet dem Malz noch an. Den Rest haben wir schon beschrieben.
Ein Bier auf der Schwelle zu großem, die Entwicklung ist aber
noch nicht abgeschlossen. Da könnte mehr drin stecken. Dennoch
ein guter Trank, würzig und frisch. Gut trinkbar. Leicht exotisch.
Gute 4.
Fazit: Junge Brauerei
Wertung: + + + +* [t 07/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.