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| Buxtehuder Brauhaus Hell (4,5%) seit 1991 aus Buxtehude
in Niedersachsen: Die Farbe hat etwas, das mich an Urin erinnert. Sorry. Aber dieser matte Glanz und die Schattierungen; ist nicht weit weg. Vor allem in dieser durchsichtigen Weinflasche. Kein Schaum. Kein Leben. - - Im Glas sieht das zum Glück schon wieder etwas anders aus. Schaum wie Geruch geben sich nur verhalten. Der Antrank hat etwas nicht alltägliches an sich. Sind Wasser und Kohlensäure absolut vorbildlich, so verbirgt sich im Aroma gleich zu Beginn etwas künstliches, chlorartiges, schwer zu beschreibendes. Das Malz ist recht süß, erinnert fast ein wenig an Orangenlimo. Ab dem Mittelteil kommt das Chlor durch und endet in einem bitter-chlorartigem Abgang. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen limoartig malzig-süßem und dieser eher bieruntypischen Note. Komische Sache. Einerseits recht süffig und gemütlich, andererseits spröde und kantig. War das Dunkle wirklich kernig, satt und süffig sowie über jeden Zweifel erhaben, so gelingt es dem Hellen aus gleichem Stalle nicht, in ähnlichem Maße zu überzeugen. Es fehlt ihm zum einen an Dichte und Vollmundigkeit. Phasenweise wirkt das Aroma etwas zu dünn aufgetragen und nicht durchsetzungskräftig genug. Andererseits wird das Bier durch dieses kontraproduktive bieruntypische Geschmacksband, das sich in Wellen durch das Aroma zieht ins Stocken gebracht. Man kann also nicht sagen, es läuft überaus rund, das Helle aus Buxtehude. Und vor allem dieses Chlor, beim Dunklen nicht mal in Ansätzen spürbar, nimmt dem Bier viel Fahrt. Das ist schade. Denn irgendwie hat man doch das Gefühl, das hinter diesem Trunk etwas steckt. Umsetzen kann es das aber nicht. Zu viele hohle Schichten, zu viele Dellen im Aroma. Zwar hat es auch seine Lichtblicke. Vor allem das süffig-malzige macht Appetit auf mehr. Schlank ist es, süffig auch. Aber nicht wirklich intensiv aromatisch und ausgewogen. Tja. Und dann noch das bereits mehrfach erwähnte ... Gut. Bier aus der Hausbrauerei Buxtehude. Im Süden Deutschlands sicher und definitiv eine Rarität. War das Dunkle noch bemerkenswert, so entfacht das Helle sicher keine Euphorie oder Hosianna-Rufe. Zwar ist der Beginn mit seinem honigartig-süssen und malzigen Grundton vielversprechend. Doch Bei- und Nachgeschmack setzten das Buxtehuder Helle weit zurück. Woher dieses Problem rührt, dass werde ich trotz der prallen Einliterflasche heute sicher nicht auf den Tisch legen können. Da wäre vielleicht der Braumeister mal gefragt. Vielleicht könnte der ja diesen Unterschied zwischen dem vorzüglichen Dunklen und Hellen erklären. Aber eines ist dem Hellen trotz allem gelungen. Es beschäftigt. Beim Dunklen war gleich vom ersten Schluck an alles klar. Fast perfekt. Kaum zu toppen. Einwandfrei. Glatt. Das Helle ist da schon etwas anspruchsvoller. Wenn man das so sagen darf. Fazit: Hallo Herr Braumeister, woher der Unterschied? Wertung: + + + + (t 01/04) Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Wahrscheinlich Ja Zutaten: unbekannt Im Internet unter: www.buxtehuder-brauhaus.de PS: Herzlichen Dank an Rainer V. aus Bremen für das Beschaffen und Transportieren dieser Rarität. Schmeckt tatsächlich auch aus der Weinflasche. |