Cairngorm Black Gold (4,4 %) 0,5er-Flasche seit ? aus Aviemore
in Schottland:
Also über mangelnde Sortenvielfalt kann sich bei dieser Brauerei
wahrlich niemand beschweren. - - Hola. Pechschwarze, ölige Flüssigkeit
stemmt sich ins Glas. Selbst der Schaum ist an Dunkelheit kaum zu übertreffen.
Das Beige hat eindeutig einen Hang zum Braunen. Strukturell sind mittelfeine
Poren Standard, ein guter Stand gefällt und das Volumen ist guter
Durchschnitt. Der Geruch hat einige Schattierungen. Da wäre zuerst
einmal eine interessante süße Note, die Karamellzucker und
Malzsüße in sich vereint. Dann prägt eine schwach rauchige,
ansonsten intensiv röstmalzige Note mit trockenen und öligen
Elementen das Bild. Ein Hauch Bitteschokolade drängt sich noch
auf. Stoutähnliches bleibt nicht verborgen. Trocken. Erdig. Leicht
salzig. Sehr herzhaft und herbwürzig. Ein Schimmer Schwarzbeerfrüchte
bildet das Duftfinish.
Knochentrockner Geschmack. Viel Mokka. Eine ganzer Schuss Kakaobohnen
und Mokka im Verbund. Sehr stoutangelehnt. Zu Beginn noch einigermaßen
süß, so nimmt die Trockenheit zum Finish hin stark zu. Nussige
Aromen mischen sich mit unter. Eine Spur Meeresbriese findet, leicht
salzig, Nuancen von Seetang. Das Aroma ist unglaublich vollmundig, bedenkt
man, dass gerade 4,4 Touren am hebeln sind. Geschmacklich ist das unheimlich
dicht und tief. Das Röstmalz ist elegant, knackig, unheimlich frisch
und vor allem dermaßen trocken, dass es fast staubt. Der Hopfen
steuert da einen großen Teil zu bei. Herzhaft und bissig in der
Bitterkeit, trocken-würzige Herbe. Im Kontrast dazu eine in Ansätzen
ölige, zuckrige Süße, die mit dunklen Aromen wie Lakritz,
Tabak und Brombeeren unterlegt ist. Fast ein wenig teerig wirkt das,
wenn das Rauchige, Geräucherte hinzu stößt. Unheimlich
weich und seidig das Wasser. Wundervoll auch die gediegene samtige Kohlensäure.
Mehr als gelungene Basis. Darüber türmt sich ein fabelhaft
dichtes und intensives Aroma auf, das so trocken und dunkelwürzig
auftritt, dass das Schwarzbierliebhaberherz jauchzt. Feinste Mokkanoten,
filigrane Linien, ziehen sich gleichmäßig durch den Geschmack.
Schokoladennoten im Zusammenspiel mit ölig-trockenen Kakaobohnen
schlagen sich auf die Seite der süßen Fraktion. Schwarze,
dunkle Beeren schweben dazwischen. Stoutähnliche Meeresaromen schleichen
umher. Das Röstmalz hat Kraft, Trockenheit, Würze. Ölige
Lakritzimpressionen wabern zwischen den Hauptaromen. Zuckrige Malznoten
sorgen für ein langwelliges, wohliges Grundgefühl. Das „Champion
CAsk Beer Of Scotland 2005“ hat seitdem scheinbar nicht viel an
Einfluss verloren. Ein wirklich beeindruckendes Bier voller Volumen,
Vollmundigkeit, Würze und Tiefe. Das SCHMECKT. Jeder Schluck ist
reich an Aroma. Die Zutaten veranstalten ein wahres Feuerwerk an Geschmacksnuancen.
Fast ein wenig völlend wirkt es, richtig süffig ist es trotz
formidabler Basis nicht. Dazu ist das Aroma einfach zu dominant. Aber
das macht nichts. Man kann ein Bier auch einfach mal nur schmecken,
und nicht in erster Linie trinken. So wie hier. Das Black Gold aus Aviemore
schaufelt Geschmack auf den Gaumen. Es zimmert regelrecht die Aromastränge
in den Mundraum. Sehr geeignet für den reiferen Biertyp, der schon
mal hie und da was Schweres getrunken hat und auch vor derben Stoutbieren
nicht Halt macht. Kernig. Männlich. Unverbogen. Würzig-herzhaft.
Rauchig-röstig, Nuancen von Schinken. Süße Zuckerspuren,
elegant. Ein straffer Verbund aus Schokolade, Mokka und Kakaobohnen.
Dunkle Beerenfrüchte. Knockentrockner Grundcharakter aufgrund erdig-bittren
Röstmalzes und trocken-bittrem Hopfen. Eine beachtliche Geschmackstiefe
und schöner Nebeneffekt: aufgrund der eher niedrig angesiedelten
Stammwürze kann man auch ruhig mal eins mehr genießen, ohne
am nächsten Tag unheilschwanger aufzuwachen. Kein Bier für
Schönwettertrinker. Eher ein Gebräu für die dunklen,
intensiven, intimen Stunden.
Fazit: Dunkel, intensiv, intim
Wertung: + + + + + - [06/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot:
k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter.
www.cairngormbrewery.com