Cairngorm Trade Winds (4,5 %) 0,5er-Flasche seit ? aus Aviemore in Schottland:

„Champion Speciality Beer Of Britain 2004, 2005, 2006!” Oha. Ein ausgezeichnetes Bier. (Allerdings als Fassbier!) Vorne drauf ein stolzer Dreimaster mit geblähten Segeln in voller Fahrt. Der Schaum ist jedoch nicht ganz so gut in Form, der Stand recht mau, die Poren recht weit … nichts, wonach man sich umdreht. Das Gelb ist hell bis mittel, schön klar und glanzfein. Ein süßer, holunderähnlicher, leicht sirupartiger Duft überzeugt sofort. Frisch und dicht, kräuterartig, etwas Grapefruit im Hopfen, sehr mild, dazu noch etwas süßes Malz. Leicht und potent zu gleich, luftig und frisch.
Sehr bitterer Antrank. Wow. Das hat einen hohen Bitterfaktor, der keine Gnade kennt. Der Hopfen gibt massiv Gas und steuert eine herbe Limonennote zu, die sich gewaschen hat. Grapefruit, eine Prise Ingwer, Limone … fruchtig-bitter, trocken, ausdrucksstark. Das Malz tut sich schwer, schafft es kaum, sich in Szene zu setzen. Nur zu Beginn wiederholt sicher der süße Eindruck des Geruchs für einen Moment. Danach regiert trockener, herber, leicht saurer, bitterer Hopfen mit einer sehr citrusfruchtigen Auslegung. Hinzu kommt noch eine im Hintergrund schlummernde und viel mildere Rosennote, die aber nur mit viel Mühe zu erkennen ist und im Aromaverbund kaum eine Rolle spielt. Herrlich bitter und trocken das Finish. So was muss konsequentes man erst mal finden. Gnadenlos eigen. Hier werden keine Kompromisse eingegangen, sondern der sehr individuelle Weg geradlinig verfolgt. Das muss man diesem Bier eindeutig hoch anrechnen. Geschmacklich ist das aber nichts für das Allgemeinwohl. Das Aroma ist aufgrund der Bitterkeit, der säuerlichen Fruchtigkeit und der Trockenheit im Finish nichts für alle. Man muss herbe, bittere Biere schon wirklich mögen, um hier nicht enttäuscht zu sein. - - Die Vollmundigkeit ist durchschnittlich, wäre das Aroma nicht so intensiv, man könnte ihm eine gewisse Schlankheit attestieren. Zu richtig großer Form läuft der Hopfen auf, wenn das Fruchtige sich trocken und bitter um den Gaumen legt und die Kräuternuancen herb-frisch den Mundraum zusammenziehen. Leider hat das Malz nicht genug Potenz, um ausgleichend wirken zu können. Nur auf die Hopfenseite konzentriert, wirkt der Geschmack über die volle Distanz dann nicht tief und abwechslungsreich genug. Dennoch ist dieses Gebräu ein sehr interessantes und mutiges Bier, das man gespannt genießen kann, hohen Anspruch bietet und viel Konzentration fordert. Bleibt noch das weiche, feine Wasser zu erwähnen und ein wenig die Kohlensäure zu kritisieren, die etwas milder abgestimmt hätte sein können.

Fazit: Champion Speciality
Wertung: + + + +* [06/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter.www.cairngormbrewery.com