Cairngorm Wildcat Premium Beer (5,1 %) 0,5er-Flasche seit ? aus Aviemore
in Schottland:
Ein weiteres Tierthemenbier aus Schottland. Die Farbe ist ein wundervoller
Mix aus Bordeauxrot, Kastanienbraun und Rose. Der Schaum ist der Hit.
Feinste Poren stehen fest und sahnig im Glas und rücken keinen
Millimeter nach unten. Das ist brachial und filigran zugleich. Tolles
Bild. Ein Malziger, leicht röstiger, karamellangehauchter Geruch
setzt an. Weit hinten ein Schimmer Mokka und etwas Schokolade. Eine
ebenfalls kaum wahrnehmbare blumige Nuance gesellt sich hinzu. Ein Schuss
Gründ-Grasiges rundet die Sache ab. Der Duft wirkt schwer, recht
tief und etwas schwergängig. Auch die Zusammenstellung funktioniert
nicht perfekt. Etwas uneinige präsentiert sich der Geruch.
Schön bitterer, trockner Antrank mit gewichtigem Röstmalzanteil
und ordentlicher Mokkaprise. Leider mischt auch etwas leicht Metallisches
mit und verdirbt den Eindruck dadurch. Bitterschokolade kommt leicht
ölige daher. Das Malz setzt in seiner trocken-röstigen Art
Akzente. Der Hopfen steuert ein paar Grasig-Grüne Nuancen sowie
Beerenfruchtiges hinzu. Das Blumige ist so gut wie weg. Dafür meldet
sich eine Gemüseimpression zu Wort. Der Geschmackskörper ist
nicht wirklich seidig oder geschmeidig. Einige trockene Härten
müssen bewältigt werden, auch das Metallische zehrt. Grundsätzlich
ist der Geschmack anspruchsvoll und durchaus individuell geprägt.
Aber irgendwie findet das ganze nicht wirklich zusammen. Der Grundcharakter
ist trocken-röstig, erdig, mit dezenten Ledernoten. Der Mokkahauch
wirkt nicht ganz authentisch. Eine ledrig-feucht-bittere Trockenheit
haftet ihm an. Schwer einzuordnen und zu beschreiben, dieses Bier. Sehr
viele Geschmacksfacetten breiten sich aus. Wirklich zusammen finden
sie aber nicht. Das Aroma wirkt unruhig und rau. Eine etwas aufdringliche
(obschon gar nicht mal sonderlich intensive) Sauernote dämpft die
Euphorie zusätzlich. Dieses Premium ist noch nicht fertig, wirkt
fragmental, nicht kompakt, als wäre hier unbedingt noch eine Sorte
einzubrauen gewesen, um die ohnehin reichhaltige Palette noch zusätzlich
aufzublähen. Aber sollte man nicht lieber bei seinem traditionellen
Kernsortiment bleiben, es pflegen, und hin und wieder vielleicht eine
Moderichtung mitgehen!? Sicher punktuell. Aber in diesem Maße?
Als wollten sich Alloa und Williams an Sorten überbieten. Das ist
zwar nett und für Tester sehr spannend. Aber immer nur Highlights
gibt es aus den Highlands somit definitiv nicht. Bleibt noch anzumerken,
dass die Wildcat recht zäh abläuft, die Süffigkeit in
engen grenzen hält und das Aroma alles andere als seidig, mild,
harmonisch oder natürlich ist. Schade.
Fazit: Schottische Sortenvielfalt
Wertung: + + + [t 06/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter:
www.cairngormbrewery.com