Cardinal Lager Classique Helles Lager (4,8%) seit über 200 Jahren
aus Rheinfelden in der Schweiz:
Schaum schon mal nietenmäßig. Der Geschmack malzig mit etwas
Karamel. Die Kohlensäure ist etwas zu sprudelig, das Wasser passabel.
Im Nachgeschmack macht sich etwas leicht beißendes breit, das
man keinesfalls harmonisch nennen kann. Ein wenig grob und unschlächtig.
Allerdings ist der Antrank nicht von schlechten Eltern. Das Malz hat
da eine beachtliche Wirkung und bahnt sich kraftvoll seinen Weg. Ab
der Mitte etwas übernimmt dieses bizzelnde, leicht schal schmeckende
Etwas das Kommando und verdirbt den guten Eingangseindruck. Es verliert
stark an Süffigkeit und Überzeugungskraft. Auch die zu Beginn
durchaus vorhandene Süffigkeit geht flöten. Man gewinnt immer
mehr das Gefühl, dass dieses Bier nicht wirklich mit Hingabe und
Liebe gebraut wurde. Vielmehr drängt sich, wohl gemerkt, zum Schluß
eines jeden Schluckes, der Anschein auf, dieses Bier gibt es, weil es
da sein muß. Aus irgendwelchen Gründen. Sei es aus kommerziellen
oder um ein Image zu waren. Vielleicht hat dieses Bier eine lange Tradition
und viele Freunde. Die Braustätte stand vor dem Aus und Feldschlösschen
hat sie übernommen. Vielleicht auch, um die Tradition fortzuführen,
vielleicht aber auch deshalb, um aus dem Vergangenen Kapital zu schlagen.
OK. Ich will jetzt nicht zu viel hinein interpretieren. Fakt ist, dieses
Bier hat nicht den nötigen langen Atem, um den Trinker wirklich
zu überzeugen. Am Anfang ein nettes Intro mit stark malzlastigem,
etwas zu süssem, mit Karamel versetztem Aroma. In der Mitte der
Wendepunkt zu etwas recht unrundum und kantigem. Am Schluß viel
beißendes und scharfes. Es verbinden sich die Aromen nicht zu
einem ganzen. Dazu muß man heftig aufstoßen, was wohl der
recht aktiven Kohlensäure zuzuschreiben ist. Nicht wirklich süffig.
Nicht wirklich ergreifend. Nicht wirklich ausdrucksstark. Aber auch
nicht wirklich schlecht. Irgendwo dazwischen angesiedelt. Aber das Etikett,
das ist eigentlich gar nicht mal übel. Das hat was frisches, heiteres,
klassisch angehauchtes. - - - Je länger es steht, umso mehr bekommt
es einen Hauch von Bierhalle. Gerade noch eine drei. Tendenz nach unten.
Fazit: Ein Bier mit zwei Seiten
Wertung: + + + (t 04/04)
Im Internet unter
www.cardinal.ch