Cardinal Lager Classique, Feldschlösschen Boissonnerie S.A., Rheinfelden, Schweiz, Alc.: 4,8%vol, frisch gezapft in einem Landgasthof in Aarwangen

Das Cardinal Lager ist ein helles Bier, das viel Schaum macht. Es sieht dementsprechend gut aus im Glas. Man merkt einen ganz leichten Biergeruch. Ganz leicht nur. Etwas Hopfen und nette Braugerste kommen mit dem ersten Schluck auf den Gaumen. Ganz leicht auch das. Mild gehopft und sehr leicht. Das Wasser ist weich und ohne störende Eigenschaften. Das Bier wirkt frisch und wie die hierzulande üblichen "light"-Biere. Ein Bier so zum Trinken, nicht zum Grübeln. Leichtigkeit bei 4,8%. Nichts Klassisches.

Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot: ?
Fazit: Leichtigkeit
Bewertung: + + + [d 05/11]

Cardinal Lager Classique Helles Lager (4,8%) seit über 200 Jahren aus Rheinfelden in der Schweiz:


Schaum schon mal nietenmäßig. Der Geschmack malzig mit etwas Karamel. Die Kohlensäure ist etwas zu sprudelig, das Wasser passabel. Im Nachgeschmack macht sich etwas leicht beißendes breit, das man keinesfalls harmonisch nennen kann. Ein wenig grob und unschlächtig. Allerdings ist der Antrank nicht von schlechten Eltern. Das Malz hat da eine beachtliche Wirkung und bahnt sich kraftvoll seinen Weg. Ab der Mitte etwas übernimmt dieses bizzelnde, leicht schal schmeckende Etwas das Kommando und verdirbt den guten Eingangseindruck. Es verliert stark an Süffigkeit und Überzeugungskraft. Auch die zu Beginn durchaus vorhandene Süffigkeit geht flöten. Man gewinnt immer mehr das Gefühl, dass dieses Bier nicht wirklich mit Hingabe und Liebe gebraut wurde. Vielmehr drängt sich, wohl gemerkt, zum Schluß eines jeden Schluckes, der Anschein auf, dieses Bier gibt es, weil es da sein muß. Aus irgendwelchen Gründen. Sei es aus kommerziellen oder um ein Image zu waren. Vielleicht hat dieses Bier eine lange Tradition und viele Freunde. Die Braustätte stand vor dem Aus und Feldschlösschen hat sie übernommen. Vielleicht auch, um die Tradition fortzuführen, vielleicht aber auch deshalb, um aus dem Vergangenen Kapital zu schlagen. OK. Ich will jetzt nicht zu viel hinein interpretieren. Fakt ist, dieses Bier hat nicht den nötigen langen Atem, um den Trinker wirklich zu überzeugen. Am Anfang ein nettes Intro mit stark malzlastigem, etwas zu süssem, mit Karamel versetztem Aroma. In der Mitte der Wendepunkt zu etwas recht unrundum und kantigem. Am Schluß viel beißendes und scharfes. Es verbinden sich die Aromen nicht zu einem ganzen. Dazu muß man heftig aufstoßen, was wohl der recht aktiven Kohlensäure zuzuschreiben ist. Nicht wirklich süffig. Nicht wirklich ergreifend. Nicht wirklich ausdrucksstark. Aber auch nicht wirklich schlecht. Irgendwo dazwischen angesiedelt. Aber das Etikett, das ist eigentlich gar nicht mal übel. Das hat was frisches, heiteres, klassisch angehauchtes. - - - Je länger es steht, umso mehr bekommt es einen Hauch von Bierhalle. Gerade noch eine drei. Tendenz nach unten.

Fazit: Ein Bier mit zwei Seiten
Wertung: + + + (t 04/04)
Im Internet unter www.cardinal.ch