Caulier Blonde Bon Secours Biere Vivante (8,0 %) 0,33-Liter-Bügelverschluss-Flasche
seit ? aus Péruwelz in Belgien:
Edle Erscheinung die Flasche. Aber erhältlich in jedem belgischen
Supermarkt. Beim Öffnen ein monumentales FUMP. Und dementsprechend
rasend schießt das Bier ins Glas. Das Ergebnis ist SCHAUM. Nichts
als Schaum im Glas. Es dauert Ewigkeiten, bis man erkennt, welche Farbe
das Gebräu eigentlich hat … ein extrem helles, wässriges
Gelb eingetrübt durch (hoffentlich) Hefeteilchen formiert sich
im Untergeschoss langsam. Dennoch bleibt zu vermerken, dass der Schaum
vor allem für diese Stammwürzekategorie außerordentlich
gut und Schuss ist und in allen Bereichen hoch punktet. Ob Volumen (grandios),
Stand (genial) oder Struktur (graziös) … das hat alles Format.
Der Geruch ist fruchtig, hellbeerig, dezent sektartig. Stachelbeeren
und weiße Johannisbeeren schimmern durch. Ein bitter-herb-frisch-fruchtiger
Grundcharakter ist zu erkennen. Spritzig und natürlich, dabei erstaunlich
leicht.
Sekt. Das ist der erste Gedanke, der nach dem Antrank hervor schießt.
Spritzig-fruchtig. Sehr lebendig. Beeren heller Couleur sind allenthalben
vorhanden. Stachelbeeren. Helle Trauben. Johannisbeeren. Und was es
sonst noch so geläufiges gibt. Trotz der Stärke ist dieses
Bier sehr schlank und elegant aufgebaut, bleibt fruchtig und süß-sauer,
wo andere aufdicken, hat dezent-elegante Momente, wo ähnliche Sorten
vor lauter Kraft nicht mehr gerade gehen können. Fein im Hintergrund
eine mehlig-weiche, zurückhaltende und dennoch markante Hefenote.
Das hat Klasse und reiht sich harmonisch ins Bild ein. (Fabelhaft nach
wie vor der Schaum, der unglaublich gut gebaut ist.) Für herbere
Momente sorgt ein feinbitterer Hopfen, der grasig-grün und leicht
sauer übers Parket läuft. Nicht ganz so rund die Kohlensäure,
die für meinen Geschmack mindestens eine Stufe zu stark eingestellt
ist. Das trimmt die Süffigkeit nicht unerheblich nach unten. Da
tut sich alles andere schwer. Selbst das intensive Aroma scheint sich
etwas wegzuducken. Schade. Wäre hier etwas mehr Fluss und Milde
vorhanden, das Ganze wäre nochmals aufgewertet worden. (Im Übrigen
muss man bis zum Schluss beim Einschenken aufpassen. Kaum hat man sicher
versehen, schwappt das Bier über.) Die Hefe kommt übrigens
erst zum Schluss richtig zur Geltung, was nicht verwundert bei dieser
Impulsivität. Nur sachte lässt sich das Gebräu einschenken,
somit verbleibt die Bodenhaftung unten. Ist aber erst einmal alles im
Glas, entfaltet sich der Geschmack nochmals besser. Die Hefe gibt Ruhe,
Festigkeit, auch Tiefe. Es bleibt ein sehr fruchtiges, sehr spritziges,
sektartiges Getränk, das nur aufgrund der viel zu hohen Kohlensäureeinstellung
nicht über die magische 5 hinaus kommt, obwohl das Bier es aufgrund
der ausgefeilten Aromatik verdienst hätte. Supermarktbier hin oder
her. Dies ist ein Gutes. Und wer sagt, dass dieses Belgische deshalb
nicht gut sein kann? In Supermärkten gibt es immer wieder (oder
auch dauernd) gute Biere. So auch hier. Ein Glücksgriff sozusagen,
es stand halt da, so einsam im Regal. Hastdunichtgesehen war’s
im Wagen. Und nun bereichert es meinen Testtisch. Schade, dass die Kohlensäure
zu dazwischenfuchtelt. Es bleibt am Ende nur eine Frage: Was macht der
Bernhardiner auf dem Label?
Fazit: Unglaublich gut gebaut
Wertung: + + + + - [t
06/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen,
Hefe
Im Internet unter:
www.brasseriecaulier.be