Celler Bekenner Bock (6,9 %) 0,5er-Bügelverschluss-Flasche, Brauerei Carl Betz, Gründungsjahr 1893 aus Celle in Niedersachsen:

„In der alten Herzogsstadt Celle brauen wir streng nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 mit den Zutaten Brauwasser, Gerstenmalz und Hopfen. Die Celler Biere zeichnen sich durch unverfälschtes, frisches Aroma aus. Sie sind unbehandelte Naturprodukte (z.B. keine Kurzzeiterhitzung, Pasteurisation). Dafür nehmen wir eine etwas kürzere Mindesthaltbarkeit in Kauf. Wir sichern frische Qualität und schonen die Umwelt durch kurze Wege.“
Die wunderschöne Residenzstadt mit einem fast vollständige erhaltenen Fachwerkstadtkern und dem Residenzschloss ist eine Reise wert. Schnucklige Gasse, schiefe Fachwerkhäuser, uraltes Kopfsteinpflaster, zahllose historische Bauten, das stolze Renaissance-Rathaus … fantastische Atmosphäre, man fühlt sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Etwas abgelegen, aber unheimlich sehenswert. Auffallend aber, dass das Celler-Bier auf so gut wie keinem Ausschankschild der zahlreichen Kneipen erscheint …
Feiner Schaum! Für einen Bock durchaus gut in Form. For allem die hell-beige Farbe gefällt. Drunter eine hell-kastanien-braunes Farbe mit leichtem Glimmen von innen heraus. Etwas beschnittener, aber spürbarer Zimt-Nelken-Geruch mit Spuren von Fleisch und Pfeffer. Sehr ungewöhnlich.
Was ist das für ein Geschmack? Gemüse. Eisbonbon (weit hinten). Pfeffriges. Fleischiges. Ganz seltsam. Selten solch eine ungewöhnliche Bockbiermischung erlebt. Sehr schwer zu beschreiben. Natürlich auch Karamellmalz. Jedoch eher am Rande. Etwas Pudriges, Pulvriges steckt in allem. Zwar stabilisiert sich die Sache nach einer Weile und die gewohnten Eindrücke gewinnen etwas die Oberhand. Dennoch ist das Aroma auch im letzten Drittel extrem ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig. Fleischig. Sehr eigen. Kaum in Worte zu kleiden (obwohl das Ganze letztendlich nicht völlig weit weg ist). Nur tue ich mir schwer, das zu beschreiben. Röstmalz hier. Eine etwas ungelenke aber normale Süße dort. Etwas herber Hopfen als Untermalung. Alles irgendwie etwas normal, und doch überhaupt nicht gewöhnlich. Eine Spur kohliges Röstmalz ist noch zu erkennen. Aber wirklich zusammen passt das alles nicht. Sicher ein anspruchsvolles Bier. Ohne aber dabei die gewünscht Wirkung zu erreichen. Ich bin sicher, dass einige deutlich besser mit diesem Bock klar kämen und ihn besser bewerten würden. Aber ich stehe irgendwie auf Kriegsfuß mit diesem Gebräu. Drum nur die 3,5

Fazit: Die gewünschte Wirkung
Wertung: + + + - [t 11/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.celler-bier.de