Celt Golden Crafted Ale (4,2 %) 0,5-Liter-Flasche, gegründet
September 2007 in Caerphilly in Wales:
Bier aus Wales. Ein ganz seltenes Vergnügen. Einige Enthusiasten
haben 2007 im walisischen Caerphilliy Das Celt-Projekt gestartet, wo
Biere in alter Tradition hergestellt werden. Äußerlich schon
mal unheimlich gelungen, Farben und Gestaltung erfüllen höchste
Ansprüche. Na. Mal sehen, wie es innen aussieht … Ein wundervoller,
schwach beiger Schaum steht stolz im Glas, fest, cremig, voller Volumen
und standhaft. Darunter ein bernsteinfarbenes, klares, glanzfeines Gebräu.
Fruchtiger Hopfengeruch mit Citrus im Zentrum. Grapefruit und Ingwer
betören. Eine warme Karamellmalznote rundet ab. Sehr mild und lebendig
zugleich, wie auch anmutig und erfrischend.
Aber hallo. Das ist herb. Sehr IPA-ähnlich ausgelegt. Ultraviel
Hopfen ist da im Spiel. Als ginge dieses Bier an Bord einer alten Kogge
und müsste bis Indien reichen und genießbar bleiben. Das
ist eine Ansage. Schlank im Prinzip aufgebaut. Aber vehement würzig.
Ziehende Ingwerspuren bilden da noch den verträglichsten Part.
Die Grapefruit ist fast übermächtig. Limonen verbreiten eine
nicht unerhebliche Säure, spitz, sanft beißend, mit einer
süßen Unternote. Kräuterartige Impressionen mit Heidekrautspuren
schließen sich an. Sehr anregend. Das Malz kommt viel später
und langsam. Eine leicht korkig-trockene und von Treberspuren begleitete
Karamellmalznote steht klar im Schatten des Hopfens. Die Vollmundigkeit
ist von zweit Seiten zu betrachten: zum einen äußert sich
das Aroma reich, schwungvoll, farbenfroh, ausdrucksstark, andererseits
ist der Charakter aber auch durchaus schlank, spritzig und elegant.
Säuerliche Noten treten ziehend, edel und intensiv auf. Phasenweise
entwickelt das walisische Golden Ale eine sehr anmutige Trockenheit.
Ein sehr anspruchsvolles, eigenes, ja, stolzes Bier. Die Zutaten atmen
frei, haben Format, zeigen Rückgrat, stecken voller Intensität,
Lebendigkeit und Ausdruck. Das Wasser ist weich, seidig, die Kohlensäure
behutsam und angenehm rezent. Die Süffigkeit ist herrlich. Das
Citrusfruchtige zieht sich wie ein Roter Faden stranggleich durchs Aroma
und hinterlässt im Finish einen wundervoll lange anhängenden
Hopfenschauer. Grapefruit und Ingwer harmonieren perfekt, bringen es
auf den Punkt vereinigen sich in einem vortrefflichen Würzezentrum.
Harzige (weit hinten in diesem Sektor eine verschämte Honigsüße),
limonenhafte, leicht erdig-wurzelige Noten sind das Ergebnis. Das kann
sich mehr als sehen lassen. Aber Achtung! Das ist kein Bier für
den schnellen, oberflächlichen Genuss. Hier ist durchaus eine ordentliche
Portion Konzentration vonnöten, um dem Anspruch gerecht zu werden.
Nimmt man sich Zeit, so eröffnen beachtliche Geschmackswelten.
Leicht bemerkbar machen sich die 4,2 Touren, man merkt, dass dadurch
keine Aromaabgründe aufgetan können. Dennoch. Sehr gute 5.
Fazit: Auf den Punkt gebracht
Wertung: + + + + +* [t
10/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter:
www.theceltexperiance.co.uk