Ceres Bering Bryg Havskum (5,5 %) 0,33-Liter-Flasche, Gründungsjahr 1681 aus Aarhus in Dänemark:

Havskum heist so viel wie Gischt oder Meeresschaum. Nostalgisches, historisches Label. Die Seefahrt wird augenscheinlich befeiert. Dunkles Braun fließt ein. Der Schaum hat eine zartbeige Farbe und steht beeindruckend wohl geformt im Glas. Der Geruch hat etwas von Holz und Whisky im Hintergrund, vordergründig eine etwas künstlich und aufdringlich wirkende Sirupnote, ferner etwas grünen Tee, Brommbeerlimonade, Holunder sowie etwas Medizinisches vermengt mit einer Nuance Anis. Schräge Sache.
Oha. Für was Havskum auch immer stehen mag. Es ist grauslich. Der Geschmack geht in Richtung Tee mit Limonade. Dazu Glühwein, Nelke usw. Würde man dieses Bier erwärmen, man könnte es wohl als Glühwein anpreisen. Die Kohlensäure ist recht bizzelig. Das Wasser nicht von schlechten Eltern. Der Geschmack aber, letztendlich das, auf was es ankommt, ist der maßen künstlich, dass einem der Atem stockt. Mir ist das nichts. Viel zu abgedreht. Sicher gibt es vor allem in Belgien Sorten, die ähnlich schmecken, und so erinnert dieses Bier an ein Kriek, ach ja, ich vergaß zu erwähnen, dass ein extremer Kirschton vorkommt, aber hier nicht so frech und frei, sondern eher etwas dumpf und künstlich. Gerade noch so erfrischend, vielleicht, aber wirklich überzeugend ist das nicht. Und was das Ganze mit der See bzw. dem Meer zu tun haben soll, bleibt bis zum Schluss unklar.

Fazit: Glühwein mit Schaum
Wertung: + + [t 10/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: k.A.
Zutaten: k.A.