| Chodovar, Zamecky lezak Special, 5,1%, seit 1573 aus Chodová
Planá in der tschechischen Republik Ich bin in Stäfa am unteren Zürichsee, die größte Weinbaugemeinde des Kantons Zürich. Eine unerträgliche und drückende Hitze heute. Minimum 30 °C werden es schon sein. Bin auf der Suche nach dem Stäfner Bier – ja, und das Lokal, von dem ich wusste, das es führt, wird gerade umgebaut. Wirklich sehr lustig. --- Ziemlich ratlos schlendere ich durch das schmucke Weindorf, komme an das berühmte Kulturzentrum Rössli* vorbei – Moment mal, die müssten das ersehnte Bier ja haben. Die zuvorkommende junge Dame im Service muss leider verneinen – sorry, haben wir nicht, aber ich kann ihnen die Adresse der Brauerei aussuchen. Während sie da bei der Stäfner Brauerei anruft, gucke ich kurz auf die Glasvitrine. Mann, und was sehe ich da? Ein Chodovar-Glas! Nein, eine ganze Reihe davon! Das kann doch nicht möglich sein, denke ich mir. Doch, doch, haben wir, was möchten sie, das Helle oder das Dunkle? Jetzt bin ich total baff. --- Ja, und hier steht es nun in seiner vollsten Pracht vor mir: das tschechische Schmuckstück. Hellamberfarbig und mit einem zarten kupferfarbenen Stich, mit einem potenten Schaum und mit all den erdenklichsten und feinsten Aromen von traumhaften Sachen. Ich sitze nun im ehrwürdigen Rössli-Saal an einem runden Holztisch, die Fenster sind offen, die Vögel zwitschern lauthals. Noten von Baumnuss, Torf und Baumrinde umgeben mein Chodovar-Glas. In der Nase hardcore-mäßig die volle Geschmackspalette. Ich glaube, ich höre auf mit schreiben und labe mich einfach weiter. Mann, ist das geil! In einem prächtigen Gebäude an einem historischen Tisch sitzen und ein himmlisches Bier genießen können. Ausgerechnet in der Schweiz an einem ganz normalen Wochentag. Crazy. Süßes Konfekt. Das samtig-weiche Wasser ist begleitet von einer göttlichen Kohlensäure. Unglaublich frisch, würzig und konzentriert rollt das Helle vollmundig hinunter. Das Chodovar fühlt sich so an, als würde flüssig gemachtes Gold meine Kehle hinunter rinnen. Mein Hirn hat aufgehört zu denken. Jetzt regieren meine Geschmacksinne. Unterdessen ist alles um mich herum schlicht sekundär. Hinter mir der tiefblau schimmernde Zürichsee. Vor mir der geschichtsträchtige Rössli-Saal. Und das edle Bier mit einer Farbe, das von seiner Anmutung her ganz gut ein 20jähriger Single Malt Whisky sein könnte. Einmal mehr frage ich mich, wie ich das bloß verdient habe? Die Posaunen des Genusses spielen in den lautesten Tönen. Die Toren der Freude sind weit aufgesperrt und der Weg zum inneren Glück hat jetzt keine Barrieren. Meine Geruchsnerven sind am Tango tanzen. Und mein Geist ist am Volltanken dieses edlen Nektars. Meine Wenigkeit kann mit der ehrfürchtigsten und ehrlichsten Bescheidenheit nur sagen: Vom Traum direkt in das Glas. Mein Glas. Heute muss wirklich ein ganz besonderer Tag gewesen sein. Ein großartiger Tag. Mein Tag! Fazit: Vom Traum ins Glas Wertung: + + + + + + [i 06/07] Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen * www.roesslistaefa.ch |
| Brauerei Chodovar, Zamecky lezak Special, 5,1%, seit 1573 aus
Chodová Planá in der Tschechischen Republik Der weiße Labrador auf der Etikette schaut mich wedelnd und erwartungsvoll an. Langsam lasse ich das Zamecky in mein Glas fließen. Wie ein Kind an Weihnachten freue ich mich auf die Farbe des Bieres, die ich immer mehr zu sehen bekomme: helle Apfelsinen, toskanische Terracotta, spanische Clementinen. Der Schaum, der nun über meinem Chodovar lebendig vor sich hin brutzelt, setzt sich langsam und formt sich zu einer Statue – das Werk ist vollendet. Was vor mir steht, ist ein Gedicht! Schade, habe ich nur zwei Augen, um diese Skulptur bewundern zu dürfen. Schon die Nase kündigt ein in seiner Struktur hochkomplexes Bier an. Dies soll bis zum letzten Schluck so bleiben. Wir waren bei der Nase: liebliche und tiefgründige Düfte nach Rohrzucker, asturischem Apfelwein, Rosenholz, Torf, Süßholz, Gartenerde, getrocknete Papaya, Holunderblüten, frischem Sauerteig und einem Hauch Zimt strömen mir entgegen. Im Antrunk präsentiert sich das Bier vollmundig und rund, wunderbar spritzig, herrlich ausgewogen und brutal süffig. Wohlverstanden, dies bei einem kernigen Stammwürzegehalt von 13%! Das weltberühmte böhmische Brauwasser ist eines der wichtigsten Hauptbestandteile bei diesem Bier und es macht seinem Ruf alle Ehre. Kompromisslos. Der Mittelteil ist geprägt von feinsten Noten von getrockneten tropischen Früchten, griechischen Feigen, Südseegewürzen und last but not least Charantaise-Melonen. Im Finish offenbart das Zamecky eine wunderbare Süße, die jetzt auf den Lippen, im Gaumen und im Rachen liegen bleibt. Die Eindrücke, die ich jetzt registriere, sind: Gras, Heu, süße Sahne sowie Hopfen – viel köstlicher, feiner, würziger und edler Hopfen. Dieses Bier versetzt die Sinne in den siebten Himmel und es macht unmissverständlich klar, was ein exzellentes Bier im wahrsten Sinne des Wortes tatsächlich bedeutet. Die Steigerung dessen wäre natürlich nur eine direkt ab Fass frisch gezapfte Halbe: getrunken unter lauschigen Bäumen an einem milden tschechischen Sommerabend. Das Glas ist schon längstens leer. Ich rieche daran – intensiv, nochmals und nochmals. Nichts mehr ist da. Nur der unglaublich komplexe Duft, der meinen Geist auf die nächste Runde anstimmt. Fazit: Ein Traum Wertung: + + + + + + [i 01/06] Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen |
| Chodovar Zamezky Lezak (5,1%): "Chodovar es
ist vollbracht, das Faß ist endlich aufgemacht. Das Faß, das micht nicht
ruhen ließ, bis ich in folgendes Horn reinblies: "Gebrauche endlich Dein'
Verstand und fahr zurück ins Böhmerland. Dieses Bier muß Du besorgen und
trinken bis zum frühen Morgen." Gesagt getan ich fuhr gen Osten, nun kann
ich dieses Wunder kosten. Und die Moral von der Geschicht': Chodovar macht
herrlich dicht." Jungs und Mädels. Mir fehlen die Worte. "Words
just fail me..." würde Celvin zu Hobbes sagen. Ein Chodovar muß
man mindestens einmal in seinem Leben getrunken haben. Sonst kann man nicht
behaupten, gutes Bier gekostet zu haben. Fazit: Ein weiterer Schritt, ein Meilenstein hin zum Biergral Wertung: + + + + + + (t 06/01) |
| Chadovar: Die holde Mutter der Idee. Der wahre Ursprung dieser
Seite. Die eigentliche Quelle des Gedankens. Der getreue Bronn unseres huldvollen
Strebens. Endlich habe ich diesen vermaledeiten Zettel wieder gefunden.
(Was so ein Umzug alles an den Tag bringt...) Vor etwa drei Jahren heiratete
mein Cousin in Prag. Ich fuhr natürlich hin und nutzte nutzte anschließend
die Chance und tingelte durch das Land. Auf der Rückfahrt trieb es mich
zum Kloster Tepla. Ein atemberaubender Komplex, welcher über viele Jahrhunderte
wuchs und noch heute große Macht und bedeutsame Geschichte ausstrahlt. Nach
der Besichtigung dieses Ortes, es war ein heißer, trockener Sommertag, suchte
ich Zuflucht im Schatten eines Gartenlokals in der Nähe. Dort aß ich eine
Kleinigkeit und orderte hinzu ein Bier. Ich war durstig und sehnte mich
nach etwas kühlem. Was mir der nette Ober dann brachte, wickelte mich
kurzum vom Hocker: Chadovar. Ich hielt das Glas zuerst pietätlos
in den Händen. Ich hatte nur eine trockene Kehle. Doch just als ich den
weichen Schaum an die Lippen führte und den kühlen, blonden Gerstensaft
meinen Gaumen passieren ließ, war es geschehen. Ich hatte es gefunden. Damals
noch ohne das Bewußtsein, welches heute mir innewohnt. Jedoch spürte es
mein Inneres schon damals. Es war eines der wenigen Biere, die den Weg hin
zum Heiligen Biergral geleiten. Dieses Bier hat mich so beeindruckt, dass
ich mir folgende Worte notierte: "Chadovar-Bier/getrunken im Kloster
Tepla/Hervorragend!!" Es war mehr als hervorragend. Heute kann ich das
sagen und weiß das. Es war eines der besten. Und der eigentliche Beginn
dieser ganzen Beertestgeschichte. Und wenn ich nochmals die Chance bekomme
in den Genuß dieses Bieres zu kommen: Ich werde nicht nur 2 Halbe auf dem
Weg nach Deutschland trinken. Ich werde meinen Rachen dermaßen weit öffnen
und meinen Geschmackssinn so was von auf Empfang stellen, dass ich nach
diesem Tag spontan den Heiligen-Biergral-Orden von der Geschäftsleitung
der Chadovar-Pivovar bekomme. Für einen außergewöhnlichen Beitrag zur Standortförderung
und wirtschaftlichen Unterstützung der Region. Im Krankenhaus. Wenn ich
es nur noch einmal finde. Fazit: Der Auslöser Wertung: + + + + + + (tom 05/97) |