Ch’ti Ambrée (5,9 %) 0,75er-Flasche mit Korkenverschluss seit 1926 aus Bénifonteine in Frankreich:


Seltenes Vergnügen. Sektkorken in einer 0,75-Liter-Flasche. Das sieht mehr als imposant aus. Mächtig. Ich bin auf das Öffnen gespannt … Feines, nachdrückliches Zischen verbunden mit weichem, festem Plopp. Frischer Hefegeruch mit Kork- und Sektnoten. Dazu süße Karamellnoten. Relativ ruhig. Ausgewogen. Unaufgeregt. Macht sich gut.
Helle Weintrauben. Ohne Frage. Sauerfruchtig. Stilvoll. Dazu Sektimpressionen und Weißweinnoten. Die Hefe spielt keine kleine Rolle. Eine ordentliche Säure, nicht zu angriffslustig, verströmt Frische. Grundsätzlich trocken führt dieser Franzose viel Herbes und Bitteres ins Feld. Fruchtig-saure Aromen untermalen den herb-frisch-männlich-würzigen Eindruck. Kohlensäure und Wasser wirken nicht perfekt weich. Vor allem die Kohlensäure übertreibt es nach meinem Geschmack etwas, ist überrezent. Das Aroma wirkt im Hopfenbereich schlank. Das Malz kontert recht süß, karamelllastig. Das Herbsaure mit den frischen Fruchtaromen passt da nicht so ganz zu dem eher zähen Karamell. Oder umgekehrt. Da prallen Sektimpressionen gemeinsam Weißweineinflüssen auf vor allem im letzten Drittel stark aufkommenden Zuckernoten. Nicht wirklich harmonisch. Dennoch machen sich beide Phasen nicht schlecht. Ein wenig mehr Teamgeist und Zusammenspiel wäre jedoch willkommen. Sicher kein Gebräu für den Bierolymp. Dazu ist das Karamell doch zu stark. Es klebt im Finish fast ein wenig. Anfänglich breiten sich frische Fruchtaromen aus, helle Trauben vor allem, und erzeugen einen weißweinähnlichen Eindruck. Das Korkige der Hefe lenkt in Richtung Sekt. Seltene Mischung. Normalerweise trumpfen die herben Einflüsse eher im hinteren Drittel auf. Hier ist das umgekehrt. Das Herbe fängt an. Das Süße bildet den Abschluss. Etwas Spelziges in der Gerste ist auch vorhanden. Zum Schluss, wenn alle Hefe eingeflossen ist, wird es dann auch Hefiger, mehliger, ausgewogener. Dennoch kein Bier, das in seiner Einheitlichkeit oder Raffinesse wirklich beeindruckt. Zwar hat man das Gefühl, hier ein sehr natürliches und naturnahes, handgemachtes Bier vor sich zu haben.

Fazit: Herb-süß
Wertung: + + + + (t 02/10)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter: www.chti.com