Ch’ti Blanche (4,5 %) 0,75er-Flasche mit Korkenverschluss
seit 1926 aus Bénifonteine in Frankreich:
Passabler Schaum. Für ein Weizen aber nicht wirklich standesgemäß.
Der Geruch ist süß und fruchtig. Honigspuren treffen auf
helle Trauben. Das macht sich nicht schlecht. Wirkt angenehm und anregend.
Eine sektähnliche Note kommt noch hinzu. Das Süße wird
mit der Zeit aber doch etwas zu dominant. Zumal der Vanilleeinsatz etwas
übertrieben wirkt. Die Farbe ist hell, strohig.
Komischer, künstlicher Geschmack. Ist das Plastik, Gummi? Dezent
aber spürbar. Dünn und wässrig. Nicht harmonisch, ausgewogen
oder bekömmlich, auch nicht mild. Wachsig-süße Zuckereindrücke
wirken etwas befremdlich. Komisches Bier mit wenig Vollmundigkeit. Das
Wasser jedoch ist angenehm weich. Auch die Kohlensäure wirkt mild.
Aromatisch ist hier aber nicht viel zu holen. So scheint es zumindest
am Anfang. Vor allem dieser wachsartige Honigeindruck und dieser Hauch
Künstlichkeit (ist es Kunststoff?) trimmen die Euphorie nach unten.
Dabei ist diese Riesenflasche, die mit elegantem Korken verschlossen
ist, zuerst einmal ein Hingucker. Auch das Label sieht richtig gut aus.
Mächtig groß und exotisch eingepackt wartet der Korken nur
darauf, mit einem eleganten Daumenhub emporgehoben zu werden. Der Klang
ist gut. Das kernige Plopp wird mit weichem Zischen untermalt. Und fließt
das Bier erst einmal ins Glas, sieht alles gar nicht so schlecht aus.
Sicher, der Schaum bricht keine Rekorde. Aber wirklich enttäuschend
ist das nicht. Setzte man dann aber zum ersten Mal an, verflüchtigt
sich die Freude alsbald. Zu künstlich, zu süß schmeckt
dieses Gebräu. Die Weißweinnote und das Sektartige versuchen
vergeblich, eine gewisse Herbe und Fruchtsäuerlichkeit aufzubauen.
Die Hefe enttäuscht vollends. Ist kaum zu lokalisieren. Im Vordergrund
steht dieses Süße, Honigartige, ein wenig Vanille, dazu diese
gummiartige Note. Komisch. Das kann eigentlich nicht gewollt sein. Vielleicht
ist denen beim Brauen etwas in den Kessel gefallen, das dort nichts
zu suchen hätte. Schade. Denn äußerlich macht das Bier
einen sehr guten Eindruck. Drinnen ist aber nicht alles Gold, was glänzt.
Fazit: Es ist nicht alles Gold, was glänzt
Wertung: + + - (t 02/10)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot:
k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter:
www.chti.com