Colbitzer Heide-Pils (4,8 %) 0,5er-Flasche, seit 1872 in Familienbesitz aus Colbitz in Sachsen-Anhalt:


Helles, klares Gelb. Entspannt wabern Kohlensäurebläschen umher. Der Schaum hingegen wirkt etwas zu gemütlich, schafft es kaum, sich in pilstypische zu heben. Enttäuschend. Der Geruch ist nussig, holzig-trocken, bitter-herb, klassisch frisch, sehr herb.
Ansprechender Antrank. Vollmundiger, cremiges Gefühl im Mundraum. Die Kohlensäure ist weich und cremig. Das Wasser kernig. Der Hopfen dominiert auf eine angenehme Art. Vordergründig. Aber durchaus kooperativ. Stellt sich in den Vordergrund, drängt den Rest aber nicht von der Bühne. Das Malz hat zwar deutlich weniger Spannkraft, gibt dem Bier aber dennoch eine solide, feste, kernige Basis. Das Nussige ist trocken, filigran. Der Hopfen gibt gute Bitternoten ab. Insgesamt ein sehr kompaktes und klares Geschmacksbild. Relativ ruhig und unaufgeregt. Rein im Geschmack, ausgeglichen und ausgewogen. Das Aroma gleitet gleichmäßig nach vorne. Eine gewisse edle Ausstrahlung kann man diesem Pils keinesfalls absprechen. Klassische Umsetzung, fast ein bisschen ein asketisches Ambiente, ohne das aber konsequent durchzuziehen. Das Bier bleibt flüssig und gut süffig.
„Die Heide-Art ein Bier zu brauen. Colbitzer Heide-Pils. Eine Bierspezialität, gebraut in der Colbitzer Heidebrauerei. Kommen Sie zu einer Erlebnis-Führung in unsere Brauerei: Telefon 039207/880."
Nun. Das Hintere des Labels wirkt etwas plakativ. Wie auch vorne ein bisschen. Das steht etwas im Kontrast zum klaren, aufrechten, unverfälschten Inneren. Was auch gut ist, denn wir wollen ja nicht gucken, sondern trinken. Und das mit Spaß und Erfolg. Ein herrlich hopfiges Pils mit nussig-trockenen, leicht grasig-herben Elementen. Reiner und natürlicher Ausdruck. Ein Bier, das mit Hingabe und handwerklichem Können hergestellt wurde, individuell geprägt, weit weg von den ganzen platten Fernsehwerbebieren. Hier steckt noch Seele drin, das Bier atmet, drückt aus, stellt was dar. Charakter statt Kommerz. Das ist gut. Ein schmackhaftes, ausgewogenes, hopfengefärbtes Bier ohne Fehler. Vielleicht etwas zu betont in der Trockenheit. Dennoch sehr süffig. Drum: Ab in die Heide!

Fazit: Spaß und Erfolg
Wertung: + + + + + [t 12/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen


Colbitzer Heidepils, seit 1872, Colbitzer Heidebrauerei, Colbitz, Sachsen-Anhalt

Das Bier ist gold-hell, mach einen netten Schaum, der auch lange steht. Dazu gibt es feine malz- und Hopfendüfte. Der Antrank überrrascht dann doch etwas. Nach diesem Einstand hatte ich das nicht ganz so erwartet. Spelzig und bitter kriecht ein Geschmack auf die Zunge, der nicht zu den feinen Gerüchen passen will. In der Mitte wird es krachig und bitter. Da ist wohl eine der "ausgesuchten Zutaten" nicht so gut gewesen? Das letzte Heidepils habe ich eigentlich besser in Erinnerung ... das müsste aber auch schon ein paar Jahre her sein.

Fazit: nix gelernt?
Bewertung: + - [d 04/08]