Commun Brauhaus Hemau Weissbier Hell (5,0 %) gebraut von der Brauerei
Plank aus Laaber in Bayern:
„Die vor allem in der Oberpfalz und in Franken verbreiteten
Kommunbrauereien waren gemeindeeigene Brauhäuser, in denen die
Bürger eines Marktes oder eine Stadt Bier brauen und dieses dann
in ihren Anwesen ausschenken durften.
Auch in Hemau gab es ein solches Kommunbrauhaus. Es stand einst an der
Stadtmauer beim unteren Tor neben dem so genannten Eich- oder Biergraben.
Darin wurden vor allem zwei Biersorten hergestellt: vom Stadtmagistrat
das Weißbier und von den brauberechtigten Bürgern das Braunbier.
Während anderorts die Kommunbrauhäuser meist schon zu Beginn
des 19. Jahrhunderts verkauft und dann nicht selten als Privat- oder
Gesellschaftsbrauereien fortgefphrt wurden, erfolgte die endgültige
Veräußerung des Hemauer Kommunbrauhauses offenbar erst im
Jahre 1910/11. Eine jahrhundertealte Institution des öffentlichen
Lebens schien damals für immer erloschen.
Indes beschlossen Anfang 2005 einige Mitglieder des Vereins „Kulturstadel
Hemau“, die alte Kommunbrautradition wieder aufleben z lassen.
Mit der Privatbrauerei Michael Plank in Laaber fanden sie in unmittelbarer
Nachbarschaft zur Tangrintelstadt eine hochmoderne Braustätte,
in welcher nach eigenem Rezept das neue „Braunbier“ und
mittlerweile auch das neue „Weißbier“ hergestellt
werden konnten – natürlich jeweils in original „Prima
Qualität“!“
Fruchtaromatischer, bananenangehauchter, hefeblumiger, schwach malziger
Geruch. Lebendig und mild zugleich. Der Schaum wölbt sich fest
und straff auf, hat außen mittelgrobe innen sehr Poren und verfügt
über einen erstaunlichen Stand. Die Farbe ist leicht kupfergelb,
hefetrüb-milchig.
Fruchtiger Antrank. Sehr fruchtig. Gleichzeitig überhäuft
die milde Hefe den Rachenraum mit wohligen, kräftigen, handfest-mehligen
Eindrücken. Das Malz hat eine große Ausstrahlung und wirkt
sehr kernig und willig, hat einen satten Zug. Die Vollmundigkeit ist
enorm hoch. Das Wasser ist ein ganz feines, die Kohlensäure verströmt
eine sanfte Spritzigkeit, die Rezenz ist sehr hoch, kratzt aber nie
sondern wirkt weich. Das Aroma wird in erster Linie von einen bananartigen
Note getragen. Sehr frisch und fruchtig. Daneben hat die Hefe durch
ihren sehr dezidierten und intensiven Ausdruck viel Anteil am Geschmack.
Sie wirkt satt und tief, fast greifbar und mehlig, sehr natürlich
und variierend. Je nach Trinkphase wechselt sie Intensität und
Ausdruck geschickt. Daneben ist das Aroma reich an Gewürznelkentönen,
die in Zusammenhang mit dem feinherben Hopfen eine angenehm bittere
und sehr würzige Note erzeugt. Ein Hauch trockener Zimt rundet
die Sache ab. Die Inhaltsstoffe strotzen nur so vor Selbstbewusstsein
und Spielfreude. Das Ganze wirkt enorm kompakt und gut aufeinander abgestimmt.
Alle Mannschaftsteile verfügen über eine überdurchschnittlich
gute Anmutung und vereinen sich zu einem beachtlichen Aromafeuerwerk.
Vollmundig bis in die Spitzen. Dabei jederzeit schlank und enorm süffig.
Nichts, dass den hervorragenden Geschmackseindruck trübt oder bremst.
Vom Antrunk bis zum Ausklang findet sich der Rote Faden ebenso wie ein
konstanter und kraftvoller Zug. Herbwürzig, nelkenartig, ein bisschen
Zimt, eine feinherbe mehlig-hefige Note, viel Varianten dazwischen,
fruchtaromatischfeinbitter und ein Malz, das rund, stark und gestenreich
durch den Geschmack fegt. Gelungen. Absolut gelungen. Ein enorm gut
trinkbares und hoch schmackhaftes Weizen. Hier wirkt nichts gekünstelt
oder unreif, gestelzt oder übertrieben. Alles passt. Jedes Geschmacksrädchen
greift präzise ins nächste. Das Aromawerk dreht sich unbeirrbar
und exakt. War das erste Commun Bräu, das Braune, das im letzten
Sommer getestet wurde, noch etwas staksig in seiner Anmutung, so erreich
die neueste Komposition ein beachtlich hohes Niveau. Das ist Bier aus
einem Guss.
Fazit: Hemauer Bierrenaissance
Wertung: + + + + + - [t
02/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
PS: Vielen Dank an Ernst B. für die Zusendung
der beiden Commun Brauhaus Hemau Biere! Diese erhält man nur direkt
bei der Brauerei Plank oder einer Verkaufsstelle in Hemau. Also eine
absolute Rarität.