Criminally Bad Elf Special Reserve Ale (10,5 %) 0,5-Liter-Flasche,
brewed and bottled by Ridgeway Brewing seit ? aus South Stoke in England:
So. Langsam wird es wirklich kriminell. 10,5 sind nun wirklich kein
Pappenstiel mehr. Das ist nicht mehr weit weg vom Wein. Die Engländer
machen ernst. Die Farbe ist in ihrem dunklen Goldgelb zwar intensiv,
dennoch auf den ersten Blick eher harmlos. Der Schaum kommt nicht richtig
aus den Puschen, hängt zwischen gutem Versuch und Gestrauchel recht
bald im Glas fest. Ein an Weihnachten erinnernder, lebkuchenartiger,
glühweinähnlicher Geruch dringt sofort in die Nase. Leicht
blumig bis parfümartig. Nelken kommen auf jeden Fall vor. Erst
später dringt das Malz klarer durch, wirkt eher kurz und knapp,
dennoch prägnant, etwas zäh und harzig.
Auch im Antrank dieses weihnachtliche, dieser Lebkucheneindruck. Nelken.
Lebkuchengewürz. Kardamom. Ewas Pflanziges, Grünes ist dabei.
Irgendwie künstlich anmutend für ein paar Augenblicke. Und
leicht belegt. Auf jeden Fall extrem Stark, wenn sich auch die Vollmundigkeit
nicht übermäßig opulent präsentiert, sondern unterm
Strich fast schlank wirkt – ohne ihren Anspruch brachial zu vertreten.
Man spürt und merkt bei jedem Schluck: hier ist extrem viel Dynamik
und Gefahr drin. Geschmacklich, ganz ehrlich, reißt dieses Bier
keine Bäume aus. Das Aroma wirkt weder sonderlich homogen noch
natürlich, harmonisch oder stimmig. Wie schon gesagt, eher etwas
künstlich, weihnachtlich verspielt, zu viel Glühwein, zu viel
Lebkuchen, zu blumig. Das schmeckt schon seltsam. Keine Frische, keine
Leichtigkeit, keine Hintergründigkeit. Schwer zu trinken. Mit klassischem
Bier hat das kaum etwas zu tun. Nicht unangenehm das Wasser zwar, und
auch die Kohlensäure macht kein schlechtes Bild. Das Aroma jedoch
wirkt recht einfach und plump, kann sich nur schwach in Szene setzen
und bietet vor allem weder Überraschungsmomente, noch nachhaltige
Spannungsbögen. Das ist alles recht platt und vorhersehbar. Nah
greift nichts um sich, da ergreift nichts, da hält man nicht inne.
Seltsam künstlich wirkendes Starkbier ohne Herz und Seele. Starr
und steif. Nicht geschmeidig, nicht raffiniert. Platt. Trüb. Eigentlich
belanglos. KÜNSTLICH. Für was steht dieses Bier?
Fazit: Welches Thema?
Wertung: + + [t 03/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.
Im Internet unter:
www.ridgewaybrewing.co.uk