Dachsbräu Original Hefeweizen (5,0 %) 0,5er- Flasche, Gründungsjahr
vor über 130 Jahren aus Weilheim in Bayern:
Wenn das kein originelles Label ist. Schön alt, traditionell, verspielt,
märchenhaft. Anziehend. Donnernder Knall beim Öffnen. Aber
das Bier bleibt kontrolliert und in der Flasche. Anschließend
drängt ein dunkles Haselnussbraun ins Glas, hefig trüb, leicht
schlammig. Der Schaum darüber ist hellbeige, sehr fein gebaut,
von hoher Statur und beeindruckendem Stand. Milder, dezenter Geruch,
verführerisch malzsüß, danach kommt eine feinmehlige
Hefe hinzu, die in Kombination mit dem festen Weizen eine gute Figur
macht. Zurückhaltend. Aber ausgewogen und reich. Das Säuerliche
erfrischend spritzig.
Herbe Momente im Antrank und mittig. Die Hefe verbündet sich mit
dem Hopfen. Eine betonte Bittere mit säuerlich-hefigen Nuancen
ist das Ergebnis. Süße Malzspuren zwischendrin, davor, danach.
Die Vollmundigkeit ist im ersten Eindruck nicht übermäßig
hoch. Und ein leicht chloriger Eindruck dringt durch. Dem muss auf den
Grund gegangen werden … in der Tat. Das ist keine Einbildung.
Eine chlorige Substanz drückt auf den Geschmack. Nicht wirklich
unangenehm. Aber definitiv auch nicht richtig platziert. Das ist natürlich
schade, denn solch ein Fehlaroma hat in einem bayerischen Weizen nichts
zu suchen. Nun bleibt die Frage nach dem Grund. Normal kann das ja wohl
kaum sein. Nun. Die Antwort bleibt an diesem heutigen Freitagabend sicher
unbeantwortet. Drum widmen wir uns abschließend doch noch mal
dem Geschmack zu, der ja durchaus ortbar durchdringt. Da wären
also noch vereinzelte Röstaromen. Der Hopfen ist tabakartig und
gut angebittert. Der Hefe wird sehr viel Raum eingeräumt. Der Weizen
tritt da fast ein wenig zurück. Ein herb-männliches Weizen.
Mit einem kleinen Schönheitsfehler. Eine künstlich-chlorartige
Note sorgt für Unmut und passt überhaupt nicht ins Bild. Drum
Wertung n.m.: nicht möglich.
Fazit: Chlorige Probe
Wertung: n.m. [t 09/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen,
Hefe
PS: Vielen Dank an die Weißbiergarage für
die Besorgung und Spende dieses Bieres.
Im Internet unter:
www.dachsbier.de