Bild folgt !


Delirium Nocturnum (8,5 %) 0,33-Keramik-Flasche, Privatbrauerei seit ? aus Melle in Belgien:

Die Flasche ist ungewöhnlich. Grau-weiße Keramik, vielleicht Porzellan. Darauf ein völlig kitschiger rosa Elefant, der von variantenreichen Blautönen bis hin zu einen leuchtenden Veilchen-Blau, das in Richtung Lavendel. Krass. Drinnen lauert ein dunkles Gebräu, das Braun- und Rottöne geschickt kombiniert. Sehenswert der Schaum, der sich für ein Bier dieser Stammwürzekategorie in unglaubliche Höhen schraubt … und dort auch noch verharrt. Beige in der Farbe. Feinste Poren. Dichte Struktur. Cremige Optik. Monumentales Volumen. Heldenhafter Stand. Was ist hier los? Etwas schal der Geruch. Plattes Bockbiermalz wirkt etwas zu hart und ungelenk. Ein Schimmer Hefe dringt noch durch, ohne dabei für Entspannung zu sorgen. Eine fruchtige Note ist ebenfalls mit von der Partie. Diese aber genau zu definieren mute ich mir nicht zu. Das ist zu komplex und undefinierbar.
Der Antrank fällt durch eine unfaire Eröffnung auf. Gleich danach erfolgt die Blutgrätsche. Stachelbeere gebettet in ein künstlich anmutendes bitteres Karamellmalzbad. Hart. Übertrieben stark. Gleichzeitig aber dünnwandig. Weinartige Nuancen tauchen auf. Das Finish hat eine holzige Prägung. Das Zusammenspiel der Zutaten ist wenig erbaulich. Das Aroma hat einige Ungereimtheiten und Fehler im Programm. Der Abtrunk stockt bei jedem Schluck. Ein brennen der Speiseröhre sorgt für zusätzlichen Missmut. Die trocken-hart-nussigen Elemente sollten nicht vergessen werden. Nun. Ein Bier, das wenig Spaß macht und nicht viel mehr Genuss bietet. Sehr stark und unrund. Harmonie und Bekömmlichkeit sucht man hier vergebens. Da kann das rose Elefantenbaby noch so süß gemalt sein … ich gebe diesem Teil meine Stimme nicht. Mit einem zugedrückten Auge gerade noch die 2. Der Rest wandert dennoch in den Abguss.

Fazit: Stimmenthaltung
Wertung: + + [t 02/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.