Dentleiner Hefeweizen Dunkel (5,1 %) Hauffbräu e.K. seit 1680 aus
Dentlein in Bayern:
Bananenfruchtiger Duft mit viel Weizen im Schlepptau. Beendet man den
Einschankprozess mit sorgsamer Hefezufuhr, so kommt auch diese im Duft
leicht mehlig und etwas weich zur Geltung. Insgesamt ist die Sache eher
zurückhaltend und dezent aufgestellt, wirkt vielleicht etwas kühl
unten rum. Der Schaum enttäuscht keinesfalls, ist aber für
ein Hefeweizen nicht wirklich üppig. Das Braun ähnelt frappierend
dem Ton der Flasche, aus dem es kam.
Eine gute Mixtur aus Röstmalz, Weizen und Hefe. Jeder Bereich steuert
kontrolliert etwas zum Aroma bei. Der Hopfen bleibt weitgehend im Hintergrund,
ohne zu verschwinden. Eine leichte Bittere, die zum Finish hin zunimmt
deutet dies an. Der Antrank ist etwas süßer ausgelegt, bricht
aber nicht in diese Richtung aus sondern wird vom kernigen Weizen und
der mehlig-bittern Hefe im Zaum gehalten. Dominant ist wohl der Weizen,
der geschmacklich die meisten Spuren hinterlässt. Dennoch gliedert
er sich gut ins Gesamtbild ein. Ein leicht zimtiger Schauer kommt beim
zügigen Trunk zur Geltung, schält sich beim bewussten Genuss
fast schüchtern heraus. Ein Bier von geradem Frequenzlauf, das
sehr geschlossen wirkt. Die Zutaten harmonieren gut und bilden einen
kompakten Körper. Sicher gibt es Weizen, die deutlich mehr Feuer
haben, hier ist nicht viel Spektakel im Spiel. Dafür ein sanfter
und gleichmäßiger Lauf. Der Eindruck ist der eines milden
und ruhigen Bieres. Nicht sonderlich viel Raffinesse. Dafür ein
bodenständiges und gut ausbalanciertes Geschmacksbild. Etwas Hafer.
Die schon erwähnten Schattierungen. Die Hefe, die trocken und mehlig
ist. Im Abgang ein feiner röstmalziger und leicht angehopfter Hauch.
Die Vollmundigkeit mittig ausgeprägt. Die Rezenz elegant aufgelegt.
Das Wasser und die Kohlensäure harmonieren gut. Die Süffigkeit
ist überdurchschnittlich. Richtung Gaumen wird das Aroma bitterer.
Im letzen Drittel kommt eine leichte Salzigkeit auf. Der Körper
ist sicher nicht mastig, wirkt für Dunkles Hefe eher feingezeichnet.
Eine leichte Härte begleitet den Geschmack. Alles aber sehr dezent
und unauffällig wie unaufdringlich. Man muss schon genau hinschmecken,
um die Schattierungen wahrzunehmen.
Fazit: Schmeck hin
Wertung: + + + +* [t 09/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen
PS: Vielen Dank an die Weißbiergarage
www.weissbiergarage.de
für die Zusendung der Dentleiner Weizenbiere.