Detmolder Thusnelda-Bier (4,8 %) 0,33er-Bügelverschluss-Flasche,
Brauerei Strate seit ? aus Detmold in Nordrhein-Westfalen:
Also über die Gestaltung des Lables bzw. dessen Figuren könnte
man sicher streichen. Aber schon bei der Bügelverschlussflasche
herrscht Einigkeit und Anerkennung: das ist nobel verpackt. Für
was dieses Bier steht, für welchen Typus, wird vorerst aber nicht
klar. Farblich erreicht es ein helles und klares Braun, in dem goldene
Schimmer mitschwingen. Der Schaum ist feingliedrig, von guter Statur
und hervorragendem Stand. Der Duft verrät einen ordentlichen Hopfenanteil.
Grasig, grün, knarzig, ein wenig ätherische Einflechtungen.
Vom Malz weht ein Karamelleindruck herüber, der angenehm ungesüßt
ist. Ganz weit hinten lugt noch etwas Gemüseartiges hervor. Sehr
intensiv und ausdrucksstark, gleichzeitig eigen geprägt und von
natürlicher Ausstrahlung.
Deutlich bitterer, als es der Duft hat anklingen lassen. Holzig, nussig,
bitter, herb. Ein sehr männliches Bier mit ein paar versprengten
Tabaknoten. Der Hopfen ist dominierend. Das Malz kommt über eine
(gelungene) Nebenrolle nicht hinaus. Das Wasser ist weich und angenehm.
Die Kohlensäure straff eingestellt. Dennoch wirkt sie nicht überagil,
sondern sorgt für eine gute Süffigkeit. Der Geschmackskörper
ist grundsätzlich schlank aufgegbaut, verfügt jedoch über
eine gleichmäßige, durchgängige Stärke. Das Holzige
trägt einen schwach kartonartige bis papierähnlichen Hauch
in sich. Im Nachgeschmack wirkt diese Note etwas überbetont. Ein
grasiger Ton im Hopfen sorgt für Farbe im Spiel. Das Bier verfügt
über eine individuell Ausstrahlung und zeigt Charakter. Allerdings
ist das holzige im Finish nicht perfekt umgesetzt. Erfreulich die Intensität
des Geschmacks, die hohe Vollmundigkeit. Wasser und Kohlensäure
gefallen. Die Zutaten sind gekonnt in Szene gesetzt, die Braumeister
dürften über eine ordentliche Portion handwerkliches Können
verfügen. Ein bitteres Bier, das dennoch nicht zu klassisch und
eintönig ausfällt. Die ersten beiden Drittel sind ausgesprochen
gelungen, der Abtrunk kann dieses Niveau leider nicht mehr ganz halten.
Nun. Die tapferen, in scheinbar römische Rüstungen gesteckte
Krieger mit den blutigen Nasen liegen devot vor der Amazone. Sabbern
sie wegen ihr oder dem Bier? Das ist hier und heute die große
Frage, um die es geht. Bier oder Weib? Was ist wichtiger?
Fazit: Bier oder Weib?
Wertung: + + + +* [t 12/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter:
www.brauerei-strate.de