Direlwanger Export (5,0 %) 0,5 Liter Flasche, Hirschbrauerei/Kirchbrauerei
in Familienbesitz seit 1806 aus Dirlewang in Bayern:
Verfallsdatum: 06.08.09. Leider auch hier schon eine ganze Weile abgelaufen.
Heute ist der 23.09.09. Das ist in der Regel nicht weiter schlimm, bei
kleinen Brauereien kann das aber schon schwerer ins Gewicht fallen als
bei Kommerzbieren. Der Schaum ist aber auf jeden Fall schon mal gut
in Schuss und gefällt in den Disziplinen Struktur und Stand. Das
Gelb ist kräftig und mitteldunkel. Der Geruch ist süß,
trägt Spuren von Karamell und Treber. Eher leicht dumpf als frisch,
dennoch bisher noch keine Anzeichen …
Sehr süßer Antrank. In Ansätzen Zuckrig. Sehr vollmundig.
Das Malz ist der Herr im Ring. Eine dezente Holzigkeit, schwach trocken,
entstammt dem Hopfen. Das Wasser ist ausgesprochen weich. Die Kohlensäure
cremig. Die Vollmundigkeit sehr hoch, der Geschmackskörper kompakt.
ABER. Auch hier hat man das Gefühl, dass dieses Bier die Frischephase
schon überschritten hat. Vor allem im letzten Drittel keimt eine
etwas unreife bzw. überreife Gerstigkeit auf, die nicht perfekt
ins Bild passt. Das wirkt etwas gestelzt und ungelenk. Und ganz weit
hinten schlummert eine leichte Metallnote, und auch der Kronkorken scheint
etwas dem Aroma zuzusetzen. Sehr schade, denn das Etikett deutet auf
eine sehr familiäre Herkunft her. Und ich bin sicher, dieses Bier
frisch vom Fass wäre eine ganz andere Geschichte. Was hier im Glas
steht ist ein Export in Reinkultur: das Malz gibt den Ton an und dem
Bier eine recht starke Süße, die beinahe etwas übertrieben,
auf jeden Fall schwerfällig wirkt. Das Ganze ist in der Summe etwas
zu zäh, zu unbeweglich, wenig frisch. Jedoch, wie schon gesagt,
dass kann man sicher zu einem Teil auf das Alter dieses Bieres schieben.
Da unter diesen Umständen eine Wertung schwierig ist, tragen wir
auch beim Export eine n.m. für „nicht möglich“
ein in der Hoffnung auf baldigen Re-Test unter frischeren Bedingungen.
Fazit: Auch hier
Wertung: n.m. [t 09/09]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Gernot W. für die Bierspende!