
| Domhof Weizen seit 1990 aus Speyer in Rheinland-Pfalz:
Kapitaler, enormer, vorbildlicher Schaum. Fruchtiger Geruch, leicht nach
Banane dazu auch kernig-hefig. Die Farbe des Bieres ist schmutzig-kupfern,
sehr passend zu diesem hausgemachten Bier. Sehr volles und tiefes Geschmacksbild.
Man findet sehr fruchtiges, Banane aber auch etwas aus der Citrusecke; Orange
wohl. Dann eine mächtige Malz- und Hefeallianz, die dem ganzen einen
grandiosen Stempel aufdrückt. Hinzu kommt noch eine originelle Karamelnote,
die nicht soft sondern eher rau rüber kommt. Auch Spuren von Zimt schlagen
an. Ferner findet sich eine Note, die entfernt an Waldboden im Herbst erinnert.
Wirklich vielschichtig und originell. Schmeckt frisch, ist spritzig und
enorm süffig. Die Zutaten stehen für hohe Qualität und gutes
Zusammenspiel. Gleichzeitig wirken alle Schichten in sich sehr ausdrucksstark
und präzise. Das Bier wirkt sehr urig und kernig. Dicht und gut durchgemischt.
Hinzu kommt eine kräftiges aber doch weiches Wasser, das kombiniert
mit der milden Kohlensäure eine Süffigkeit aufbaut, die man nicht
unterschätzen sollte. Das alles wird in einer innen sehr urigen, außen
etwas überdimensionierten Form von Biergarten ausgeschenkt bzw. eingebraut.
Direkt vis a vis dem mächtigen Dom zu Speyer, gegründet 1030 und
heute eine der größten romanischen Kirchen überhaupt (wie
überhaupt die Stadt Speyer sich sehr gepflegt und schmuck präsentiert),
lädt das alte Haus durch seine altertümliche Atmosphäre ein.
Wenn nicht gerade 85 Rentner von der Dombesichtigung hinein drängen.
Das einzige, was mir an diesem Bier nicht gefällt, ist der Nachgeschmack.
Dort macht sich eine leichte Säuerlichkeit breit, die entfernt an Sodbrennen
erinnert und sich wacker hält. Das lässt die Wertung auch ein
wenig schrumpfen. Somit gibt es „nur“ eine gute 5. Eigentlich
müsste man die Wertung zweigeteilt gestalten: Bis zum Abgang eine klare
6. Für den Abgang nur noch eine 4. - - - So. Nochmals mit vollster
Konzentration am Glasrand gesaugt. Gut schmecken tut das Domhof Weizen schon
nicht schlecht. OK. Der Abgang ist nicht die Vollendung der Braukunst. Aber
der Rest ... der ist schon vom Feinsten. Immerhin bietet es ein wirklich
natürliches und kerniges Geschmacksbild, intensiv, vollmundig, urig.
Man hat bei jedem Zug das Gefühl, hier trinkt man hausgemachtes. Vor
allem fehlt diesem Bier jegliche Langeweile. Was bei mancher Hausbrauerei
leider vorkommt und extrem enttäuscht, geht dem Domhof vollkommen ab.
Hier wirken Kohlensäure, Aroma, Geschmack und Vorstellungskraft nebst
Eingebung hervorragen. Wirklich gelungenes Brauprojekt. Drum tun wir den
Pfälzern etwas gutes und geben eine 5,5. Doch. Wirklich gelungenes
Bier. Fazit: Hin und her; gutes Ende Wertung: + + + + + - (t & a 06/03) Gebraut nach dem Reinheitsgebot: Ja Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe Bemerkung: Hausbrauerei, keine Flaschenabfüllung PS: Vielen Dank an die nette Dame vom Ausschank, die trotz des Trubels die Zeit gefunden hat, mir meine 2-Liter-Humpen zu füllen. Beim nächsten Mal denke ich an die Zeit; komme früher oder später. |