Dreykorn Bock (7,0 %) seit 1831 aus Lauf in Bayern:


Ja Herrschaftszeiten. Was für ein Schaum!? Das hat Karat. Die Farbe schimmert in warmen Bernsteintönen. Leuchtend und geheimnisvoll. Das ist schon mal top bis hierher. Der Geruch implementiert sofort: Das ist Bockbier! Markant malzig. Leicht scharf. So was zwischen verboten und verführerisch.
Ein sehr holziger, eher herber, nussiger Bock, der entfernt Aroma-Parallelen zu Grappa einbaut. Auch tanniges ist zu erkennen. Weder besonders süß noch völlend oder sperrig. Vielmehr recht schlank und auch recht edel und asketisch als plump oder klebrig, wie manch anderer Bock. Dieser hat etwas feines und elegantes. Vor allem im letzten Drittel wallt eine ungewhönlich bitter-holzige aber gelungene Note auf. Ungewöhnlich und interessant wie intensiv. Allerdings leidet die Süffigkeit etwas darunter, weil dieser Geschmack etwas unnahbar und spröde, vielleicht auf den ersten Schluck auch unbequem wirkt. Dafür wirkt alles sehr eigen und individuell, recht männlich-herbfrisch, und spätestens nach dem zweiten Schluck hat man sich mit diesem Bock angefreundet. Auf jeden Fall werden die Geschmacksnerven aktiviert. Fragen werfen sich auf. Auseinandersetzung mit dem Bier ist angesagt. Sicher hat dieser Bock nicht nur Stärken. Aber eine 5 verdient er sich aufgrund seiner eindeutigen und selbstbewussten Positionierung.

Fazit: Klar Position bezogen
Wertung: + + + + + (t 05/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Frank G. für die Besorgung dieses fränkischen Bieren.