Drummer Dunkles Vollbier (4,8 %) seit ? aus Leutenbach in Bayern:
Die Bügelverschlussflasche ist halt immer noch das Maß aller
Dinge. Alleine das Geräusch beim Öffnen ... Fatupp. Dazu das
Zischen ... Also gut. Der Schaum. Das sollte man gar nicht näher
beschreiben. Das ist ein Format, ein Niveau; perfekt. Schade nur, dass
es ewig dauert, bis sich die Krone senkt und man endlich trinken kann.
– Sehr intensiver Duft. Röstmalzig, schlank und doch kräftig,
sehr rein, sehr malzig, trocken. Das Bernstein leuchtet edel im Licht.
Bis hierher schon mal volle Punktzahl. (Dieser Schaum ...).
Heidewitzka. Wow. Was für ein Pfund. Was für ein Bier. Was
für ein Dunkles. Was schon der Beginn äußerst gelungen,
so führt der Geschmack den hervorragenden Eindruck fort. Enorm
intensiv. Enorm malzig. Sehr tiefe Erscheinung. Trockener Eindruck.
Reine Komposition. Alles wirkt sehr harmonisch, urig, mild und kernig.
Die Zutaten zeugen von höchster Güte. Die Qualität der
Umsetzung, des Zusammenführens, liegt äußerst hoch.
Hier wurde nicht gekleckert. Vielmehr haben sich die Verantwortlichen
neben größter Mühe auch viel Gedanken über das
Ergebnis gemacht. Und das kann sich sehen lassen. Leicht butterartig.
Rauchig. Röstmalzig. Das Wasser eine Wonne. Die Kohlensäure
fantastisch. Antrank, Mittelteil und Abgang greifen wie geölt ineinander.
Ein Geschmack, der sich gewaschen hat. Schlankes Geschmacksbild. Allerhöchster
Süffigkeitsfaktor. Wuchtig und tief. Ein Vorbild.
„Eine echt fränkische Bierspezialität, hergestellt
aus erstklassigem Malz, edlem Hopfen, frischem Quellwasser und Hefe,
gebraut nach alter Familientradition und abgefüllt in der nostalgischen
Bügelverschlußflasche, getreu dem bayerischen Reinheitsgebot
von 1516.“
Man sucht vergeblich nach Schwachpunkten. Diese Zeit kann man sich sparen
und sich dafür dem gnadenlos guten Aroma hingeben. Einzig die etwas
verwirrende Zutatenauflistung wirft Fragen auf. Von Hefe ist im Flaschentext
die Rede. Bei den Inhaltsstoffen taucht diese aber nicht auf. Sowohl
im Geschmack als auch am Flaschenboden sucht man sie vergeblich. Wohl
falsch aufgeklebt. Aber das ist dann auch. Alles andere bewegt sich
auf höchstem Niveau. Was für ein Schmaus. Herrliches Bier.
Eigen. Anders. Urtümlich. Mehr als gelungen. Haarscharf an der
6 vorbei. Eigentlich müsste man sie diesem Bier geben. Nur ein
leicht unharmonischer Hauch im letzten Drittel lässt davon ab.
Eigentlich müsste man sie aber, verglichen mit anderen Bieren,
eindeutig geben. Im Blick zurück stehen da andere Biere, die gut
bewertete wurden, in ganz andrem Licht. Aber das bringt erst die Erfahrung.
Eigentlich müsste man die beertest.de-Wertungsskala ausweiten.
Auf 10 oder 12. Oder alle Tests unter Berücksichtigung der heutigen
Kompetenz und Fertigkeit nochmals machen. Aber das ist absolut unmöglich.
Und so bleibt ein Hauch von Ungerechtigkeit bei manchen Tests, die aber
irgendwo nicht zu vermeiden ist. Drum auch ein Sonderriesenlob an die
Leute aus Leutenbach, die mit diesem Dunklen Vollbier eines der ganz
großen Biere Deutschlands auftischen. Superklasse. Alleine der
Nachgeschmack, der minutenlang am Gaumen haftet ...
Fazit: Haarscharf
Wertung: + + + + + -*
(t 02/05)
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Hopfen
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: Ja
PS: Vielen Dank an Frank G. für die Beschaffung
dieser oberfränkischen Rarität!