Düll Pils (4,9 %) seit 1840 aus Gnodstadt in Bayern:
Wie sich der Schaum Schicht für Schicht kompakt aufbaut um im Finale
in perfekter Skulptur zu verharren. Cremig. Kräftig. Sahnig. Voluminös.
Feinste Poren. Bestes Bild. Die Kohlensäureperlen hangeln sich
in feinen Ketten wie in Zeitlupe nach oben. Die Farbe ist gut gelb,
kräftig, mittel, klar. Die Krönung ist aber der Duft: herrlich
urig, typisch, ländlich. Sehr intensiv und kräftig, selbstbewusst,
hopfenstark, grasig mit einer Spur Heu, grün aber auch. Leicht
nussig. Sehr markant. Das übrigens reflektiert auf sehr gelungene
Art die traditionelle und ländliche Umgebung, in der dieses Bier
entstanden ist.
So vielfältig, reichhaltig und intensiv der Duft war, der Antrank
gibt nur wenig davon wieder. Vor allem eine sehr oxidiert Note trübt
den Eindruck sehr. Unheimlich trocken. Stark metallisch. Unkoordiniert.
Dabei hat der Hopfen ein weite Spannung, ein brückenhaft-grasiges
Ganzes. Das hält sich aber nur bis zu einem bestimmten Punkt, dann
wird dieser Eindruck plötzlich beiseite Gedrängt vom bereits
Erwähnten. Sehr schade. Denn der Eindruck ist lange der eines sehr
familiären, hausbrauereitypischen Bieres. Das Wasser weich. Die
Kohlensäure sahnig. Die Süffigkeit eigentlich sehr hoch. Die
Zutaten haben Schmiss, wirken natürlich und hochqualitativ. Aber
dann … Ein typischer All eines Nachtests, wobei hier die Dissonanzen
nicht so groß sind, als dass man keine Wertung abgeben könnte.
Dazu ist das Metallische dann doch nicht stark genug. Schwierige Situation
somit. Einerseits herrlich. Andererseits vermaledeit. Wir holen das
nach. Die Dülls brauen ja sicher noch andere Sorten, die wir dann
mit einbauen können.
Fazit: Schmeckt gut – muss wiederholt werden
Wertung: + + + - [t 07/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Hopfen
PS: Once again Herzlichen Dank an Thomas K. für
die Zusendung