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| Eberbacher Kloster-Dunkles (4,9 %) gebraut von der
Glaabsbräu aus Seligenstadt in Hessen: Wer einmal die Möglichkeit hat, das Kloster Eberbach unweit von Eltville am Rhein, nicht weit entfernt der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden zu besuchen, der soll sich bloß sputen. Ihn erwartet die historisch und architektonische wertvollste mittelalterliche Anlage ganz Hessens. Die Anlage überdauerte die Anlage über die Jahrhunderte so gut wie unversehrt und bietet vor allem von innen ein unvergessliches Besuchserlebnis. Die Räumlichkeiten sind so urtümlich, dass in ihnen Teile des Films „Der Name der Rose“ gedreht wurden. Neben viel Historie und Sehenswertem kann man aber auch für sein sorgen. In der Gaststube (sagenhaftes Gewölbe, gestützt von mächtigen Pfeilern; selten in solch einem beeindruckenden Raum Bier getrunken) wird Kloster-Bier ausgeschenkt. Zwar nur in der Flasche und keiner weiß, woher es stammt (siehe Kloster-Helles), aber das Dunkle kann sich trotz unbekannter Herkunft (Spezialabfüllung für Kloster Eberbach) mehr als sehen lassen. Kein Hinweis auf der Flasche, keine Antwort auf die Fragen nach der Braustätte. Nur das Bier an sich war bzw. eindeutig und greifbar. Voller malziger Geruch mit Spuren von Geröstetem; leicht trocken. Der hellbeige Schaum ist mittelporig, in seiner Erscheinung ein Gedicht und hält sich lange, deutlich länger als der des Hellen. Die Farbe ist ein rot-braun, das dem Auge schmeichelt, geheimnisvoll wirkt, Erfurcht erweckt. Der Antrank ist wie der Charakter des Bieres an sich recht trocken, schlank, edel, malzig-erdig, asketisch und vollmundig-süffig. Der Eindruck des Bieres ist einwandfrei. Man kann sich regelrecht in die Zeit der frommen Mönche zurück versetzen, wie sie nach getaner Arbeit, Buße und dem Beten erschöpft im Refektorium sich niederließen und die Schleusen öffneten, um dem holden dunklen Nass genug Platz zu lassen. In Strömen ergießt sich das Bier in die matten Körper der Ordensbrüder und weckt die Lebensgeister. Fröhliches Gemurmel, gedämpftes Fackellicht, andächtige Stille. Die Jungs hätten sich kaum ein besseres Bier wünschen können. Egal, woher es auch kommt, es schmeckt gut, verdammt gut sogar. Wasser, Kohlensäure und das edle, trocken-erdige, teils asketisch anmutende, teils doch auch gemütliche Aroma machen aus diesem Dunklen ein hervorragendes Bier. Süffig, schmackhaft, anspruchsvoll, spannend, harmonisch. Gelungene Sache. Ein Jammer, dass es nicht von dort stammt bzw. man nicht herausbekommt, wo es gebraut wurde. Auf jeden Fall ein Bier, wie es zwischen Klostermauern nicht hätte besser passen können. Anspruchsvoll. Kontrolliert. Fast streng, und doch mit einem Hauch von weltlichem, verwerflichem und verführerischem behaftet. Der Klerus frohlockt; her mit der Sünde. Fazit: Der Name der Rose Wertung: + + + + + - (t 02/04) Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Inhaltsstoffe: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt Im Internet unter: www.klostereberbach.de PS: Vielen Dank an Rainer für die Offenlegung der Brauquelle. |