![]() |
| Eberbacher Kloster-Helles (4,9 %) gebraut von der
Glaabsbräu aus Seligenstadt in Hessen: Das Kloster Eberbach nicht weit von Eltville am Rhein gelegen gilt als das bedeutendste mittelalterliche Bauensemble Hessens. Die Tatsache, dass die Innenräume des Klosters als Kulisse für den Film „Der Name der Rose“ genutzt wurden, unterstreicht den Eindruck natürlich nochmals. Wirklich sehenswert. Eine ganze Klosterstadt ist dort erhalten geblieben. Mit großer Kirche, Verwaltungs- und Lagergebäuden, Gasthäusern, Klostergängen u.v.m. Natürlich wird dort auch die Gastlichkeit gepflegt und leckeres Bier ausgeschenkt. Die Flasche ist schon mal unschlagbar. Bügelverschluss und mit eingearbeitetem Griff. Das Etikett bietet zwar wenig Info, besticht aber durch seine Schlichtheit und harmonische Gestaltung. Und mit 2,5o Euro ist das Bier inkl. Pfand eigentlich gar nicht mal teuer. Aber aufgepasst! Dieser Preis gilt nur für den Erwerb der Flasche an der Theke. Am Tisch wird einem für das gleiche 3,40 abgeknöpft. Frisch-malziger, frischer, mit einer Spur säuerlichem versetzter Duft. Sehr feiner Schaum von gutem Stand. Die Farbe ist kräftig gelb. Mild-malzig im Antrank. Im Abgang findet sich eine etwas stärkere Prägung in Form von frisch-säuerlichen Schwingungen. Nicht wirklich störend. Aber auch nicht vollendet harmonisch. Das Bier wirkt ordentlich vollmundig, recht urig und gut süffig. Was ihm aber etwas fehlt, ist das rechte Zupacken und Beschäftigen. Es schmeckt nett. Aber eine wirkliche geschmackliche Herausforderung stellt es nicht dar. Weder Wasser, noch Kohlensäure oder Zutaten bzw. technische Umsetzung setzen die Messlatte besonders hoch. Es muss klar gesagt werden, dass das Dunkle dem Hellen einige Schritte voraus ist. Es wird nicht die Spannung und Dynamik des Stallgefährten erreicht. Auch die Süffigkeit steht dem anderen nach. Ein passables und unterm Strich süffiges Helles, das nach einer intensiven Besichtigung des mehr als sehenswerten Klosterkomplexes genau den richtigen Anspruch an den Trinker richtet. Nicht zu abgedreht oder anstrengend, um die Sinne zu sehr zu strapazieren, aber auch nicht zu lau oder seicht, um die frisch gewonnen Eindrücke dieses architektonischen Kleinods zu belasten. Trotzdem werde ich bei meinem nächsten Besuch sicher zum Dunklen greifen. Gepaart mit der sagenhaften Atmosphäre des mit einem massiven Gewölbe ausgestatteten Gastraumes ist das eine klasse Sache. Das Helle schrammt knapp an der 4 vorbei. Ach ja. Das wichtigste beinahe vergessen. Weder auf der Flasche, der Speisekarte noch der Internetseite findet sich irgendein Hinweis auf den Ursprung des Bieres. Die Bedienung verwies mich an den Oberkellner. Der redete was der Braukonzession, die das Kloster nicht bekam und von Bayern er wisse es aber nicht genau und gehe mal fragen. Weg war er. An der Theke fragte ich ein drittes Mal. Nun sprach die Type von einer Brauerei Seiler in Franken, in der NÄHE von ANDECHS. Spätestens da war mir klar, dass die Jungs es entweder wirklich nicht wissen oder die Braustätte bewusst vertuschen. Ich nahm mein Bier, zahlte und ging. Schade. Fazit: Architektonisches Kleinod-unbekanntes Bier Wertung: + + + - (t 02/04) Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Inhaltsstoffe: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt Im Internet unter: www.klostereberbach.de PS: Vielen Dank an Rainer für die Offenlegung der Brauquelle. |