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| Eder’s Pilsener feinherb (5,0 %) seit
1872 aus Großostheim in Bayern: So. Damit das ewige Rumgenöle endlich mal ein Ende findet, werden jetzt nach und nach die Massenbiere unter die Lupe genommen. Zugegebenermaßen sind die meisten Tests nicht wirklich ernst zunehmen, weil noch aus der Anfangszeit stammen. Damals wurde meist mehr rumgeulkt bei den Testabenden als ernsthaft verköstig. War zwar superlustig, die Quittung kriegen wir jetzt. Immer öfter beschwert sich jemand, dass irgendein Fernsehbier viel zu gut oder viel zu schlecht oder sonst wie getestet wurde. Drum nun das Ganze noch mal. Hier ein Dreierdirekttest mit Veltins (1) und Wernesgrüner (3). Die Voraussetzungen sind absolut identisch. Gleiche Gläser. Gleich sauber. Gleiche Temperatur. Gleicher Einschankwinkel. UND! Die Sache wird blind getestet. Die Gläser unten markiert und von einer neutralen Person dann vertauscht. Die Tests werden auf neutralem Papier gemacht und anschließend dem entsprechenden Bier zugeordnet. So. Und wer dann noch rummeckert, den soll der Bierteufel holen. Das Volumen mittel, der Stand ordentlich. Die feinsten Poren hier. Farblich bewegen sich alle drei auf mehr oder weniger gleichem Niveau, hier braucht man nicht zu differenzieren. Sehr potenter Hopfen, grün, leicht blumig, ausdrucksstark, schwungvoll, der anregendste Duft von allen. Wirkt organisch und rund. Viel vollmundiger und ansprechender als Nr. 1. Hier wird eine hohe Spielfreude, ein farbenfrohes Aroma, eine Hopfenbittere erreicht, die nicht sonderlich herb, dafür eher blumig und sehr warm und reif wirkt. Das hat auf jeden Fall deutlich mehr Klasse als Nr. 1. Das mildeste Pils von den dreien. Der Abgang sehr bekömmlich und harmonisch, nicht so trocken wie Nr. 3. Klar der mildeste Geschmack. Allerdings für Liebhaber wirklich klassischer Pilsbiere nicht die beste Lösung. Da hat 3 mehr Bittere in sich vereint. Hier ist es blumiger, weicher, ausgewogener aber auch etwas latschiger. Fazit: Bier Nr. 2 und 3 stehen in etwas auf einer Stufe. Beide wirken individuell und haben eine ansprechende Ausstrahlung. Das Wasser ist bei beiden ähnlich weich. 2 wirkt weicher, milder, blumiger, 3 geht eher den klassischen Weg, wirkt disziplinierter, klarer. Nr. 1 ist hier der Verlierer. Dieses Bier hat eindeutig weniger zu bieten, bewegt sich auf langsamerem, etwas behäbigem Niveau und kann eine gewisse Langeweile nicht abschütteln. Dass das Eder’s gewinnt überrascht etwas. Aber hier handelt es sich um das unbekannteste Bier und somit vielleicht auch das unkommerziellste. Somit schlummern in ihm scheinbar die meisten bodenständigen und unverfälschten Aromen. Fazit: Wiederholungsmassentest Wertung: + + + +* [t 05/06] Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen GESAMTFAZIT: Nach diesem konzentriert durchgeführten Massentest (Warsteiner, Bitburger, Jever, Hasseröder, Eders, König Pilsener, Veltins, Wernesgrüner) von Massenbieren kann nun eindeutig festgestellt werden, dass die ursprünglichen und teilweise allerersten Bewertung dieser Pilsbiere eine eindeutig zu hohe Wertung zugrunde gelegt wurde, weil Erfahrung fehlte. Heute kann man sagen, diese Sorten sind zwar mehr oder weniger keimfrei, aber in Sachen Impulsivität, Abwechslung, Spannung und Farbenfreude kommen sie an wirklich gute nicht heran. Eine Ausnahme bildet das Jever. Hier hat man am ehesten das Gefühl ein Bier mit Charakter vor sich zu haben. Drum auch die (etwas wackelige) 5. Ansonsten wirken die Biere platt, vorhersehbar, eingezwängt, wenig phantasievoll, glatt geschmirgelt. Dennoch kann man sie trinken und vielleicht sind sie ja genau deshalb so beliebt geworden: man muss sich nicht viel Gedanken machen und schon gar nicht anstrengen beim Trinken. Man kann sie einfach rein laufen lassen. Mehr oder weniger gut. |
Eder's Familienbrauerei. Seit 1872 in Großostheim. So wie dieses Bier in der Ferschenmühle im tiefsten Spessart gereicht wird, kann es keine Freunde gewinnen. Laues Temperament, fast abgestanden und viel zu warm serviert. Da kann man sich noch so viel Mühe um Objektivität machen. Der Funke springt nicht über. Der Gerstensaft hat zwar keinen unangenehmen Nachgeschmack, aber trotzdem ist es ein enttäuschendes Faßbier. Irgendwie tot und zu warm. Deshalb die Wertung unter Vorbehalt. Prädikat: Schlecht gezapft. Wertung: + + - |