Helios – naturbelassen und extrem süffig (4.8% Vol) aus Köln


Die Flasche fällt sofort zweierlei positiv auf: zum einen ist die Flasche nackig (das Etikett erinnert an einen String Tanga) und zum anderen ist die „Braustelle“ vermerkt... Also ein tip-top Arbeiterbier im 0.5l Maurerformat. Der Bügelverschluß zum leichten Hantieren auf dem Gerüst rundet das positive Erscheinungsbild ab...
Das Versprechen „naturbelassen“ ist nicht nur am Erscheinungsbild der Flasche sondern auch beim Einschenken erkennbar.Der versprochene süffige Charakter kann auch bejaht werden – ja man möchte sagen das helle, obergärige Bier lädt zum mehrfachen Genuss ein. Kölns kleinste Brauerei braut also einen durchaus ordentlichen Saft der allerdings etwas an Charakter & Würze vermissen lässt. Allerdings löscht das Gebräu auch einen größeren Brand als die 0.2l Kölsch die oftmals nur ein Tropfen auf den heißen Stein bedeuten...

Fazit: Nackig & naturbelassen, das süffige für jede Braustelle
Wertung: + + + - (Gasttester LS 11/10)

Ehrenfelder Helios (4,8 %) 0,5er-Bügelverschluss-Flasche seit ? aus Köln in Nordrhein-Westfalen:


Weicher, vanilleverwöhnter Duft mit haferflockenartigen Nuancen und einer hefigen Grundnote, die griffig und gemütlich, wie der Rest auch trocken und leicht pudrig wirkt, nicht sonderlich tief und voll, eher schlank und rank, frisch, spritzig. Der Schaum ist klasse, sehr feinporig, standhaft, das Volumen sehr gewogen. Drunter ein honigartiges, leicht leuchtendes, hefetrübes Gelb. Bis hierhin alles sehr gelungen, vor allem natürlich und frisch, hausbrauereiartig, kein Bier von der Stange.
Korniger, heuartig-strohiger Antrank. Danach kommt ein ganzer Schwall frische Citrusnoten. Schön bitter. Sehr erfrischend und spritzig. Der Hefe wohnt eine elegante Säuerlichkeit inne. Das Malz hat einen spelzig-strohigen Charakter. Der Hopfen ist trocken, feinbitter, läuft dezent-fruchtig aus. Interessante Komposition. Dieses Bier verströmt eine Art Hausbrauereiattitüde, wie es eben nur kleine, feine Braustätten hinbekommen. Die Zutaten wirken sehr naturnah, frisch, unbelastet, gesund. Sie spielen gut zusammen, ihre Stärke ist aber das unverfälschte, unverbogene, individuelle Erscheinungsbild, die gelungene Entfaltung. Sehr spritziger Charakter. Schlank in der Vollmundigkeit. Fruchtig im Aroma, angereichert mit strohigen Gerstenaromen und einer säuerlich-edlen Hefigkeit. Im Zusammenspiel mit dem phasenweise durchaus bitteren Hopfen sowie der säuerlichen Fruchtigkeit in Zusammenspiel mit einer Idee von Zitronenschalen ergibt sich ein spannendes Wechselspiel. Die citrusfruchtig-sauren Impressionen ziehen sich gleichmäßig und geradlinig durch das Aroma. Gelungene Sache. Sehr sympathisches und anregendes Bier. Das Wasser ist behaglich, die Kohlensäure etwas kratzig. Das Ganze wirkt klar und rein. Die Süffigkeit ist hoch. Der Geschmackseindruck gibt sich eigen, leicht exotisch, nicht ungewöhnlich bzw. befremdlich, dafür sehr individuell geprägt, anders. Man spürt bei jedem Schluck, dass hier Leute am Werk waren, denen das Bier am Herzen lag, und die nicht betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte an erster Stelle führen. Enthusiasmus. Handwerkliches Geschick. Herzblut. Jeder Schluck eine ehrliche Ansage. Wünschenswert, dass solcher Braumut nicht nur belohnt wird, sondern Nachahmer finden würde. Kölns kleinste Braustätte jedenfalls zeigt eindrucksvoll, wo der Weg hingehen kann. Ein Bier von Format, das Massenprodukten elegant die kühle Schulter zeigt. Ohne dabei an vollem, warmem Geschmack zu sparen. Schaut her: So gut und impulsiv kann Bier schmecken!

Fazit: Naturbelassen und süffig
Wertung: + + + + + - (t 02/10)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.braustelle.com