Eichhof Lager Hell, 4,8%, seit 1834 aus Luzern in der Schweiz
Seit längerer Zeit befassen wir uns mit der Frage, was die Schweiz
in Sachen helle Lagerbiere so alles trinkt. Um genauer zu sein; wir
wollten wissen, wie all die Biere mit den jeweiligen klangvollen Markennamen
schmecken, die in Schaffhausen, Basel oder in Lugano erhältlich
sind. Kurz: Was lassen unsere helvetischen Nachbarn so alles durch ihre
Kehlen fließen? --- Heute ein Exemplar aus der offenbar schönsten
Stadt der Schweiz: Luzern. Die traditionsreiche Brauerei Eichhof hat
eine lange Geschichte hinter sich und gehört inzwischen dem holländischen
Heineken-Imperium an. Gleich nach dem Öffnen der Flasche macht
sich ein kerniger und gerstenartiger Geruch bemerkbar. Was für
eine großzügige, dichte und fein strukturierte Schaumbildung.
Der Schaum ist von einer ausgesprochen langen Dauer sowie von einer
zähen Konsistenz, er ist äußerst feinporig und thront
ultra-weiß über dem glanzgelben Bier. Das innerschweizerische
Bier riecht eher zurückhaltend, hat partiell schöne florale
Duftmomente und erinnert an Sommergerste und Zucker. Wie gesagt, die
Aromen halten sich hauptsächlich im Hintergrund. Im Mund ist das
Bier vollmundig und trocken. Die Kohlensäure ist zurückhaltend
präsent und eine gewisse Süße begleitet das Trinkvergnügen.
Das Aromenspektrum im Mund ist nicht sonderlich ergiebig. Zwischendurch
scheint eine saure Spur aufzukommen. Im Gaumen und auf den Seiten der
Zunge macht sich (lange) nach dem jeweiligen Schluck eine hauchfeine
Bitterkeit bemerkbar. Flüchtige Brotnoten tummeln sich nun auf
der Zunge herum. Ansätze von Zucker. Herbstlaub. Alles in allem
ein mildes Bier. Die Malznoten kommen spärlich hinüber. In
der Tat kein aufdringliches, sondern ein ehrliches Bier mit einer zarten
Farbe. Dennoch wirkt das helle Eichhof Lager gesamthaft lau und geschmacklich
dumpf. Selbst beim anschließenden Nachtest stellt sich keine große
Begeisterung ein. Drei Viertel der zweiten Flasche sind hinuntergeflossen
und der Schaum macht immer noch eine schöne Figur. Das Eichhof
war bestimmt eine Größe in der Innerschweiz. Habe auch großen
Respekt davor. Gelingt es Heineken, das Eichhof zu den goldenen Zeiten
zurückzuführen, dann wäre der Turnaround geschafft. Falls
nicht, dann wird auch das Eichhof Lager Hell weiterhin im weiten Meer
des Mainstreams schwimmen.
Fazit: Mainstream-Bier
Wertung: + + + - [i 05/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter:
www.eichhof.ch
Die getesteten Biere im Überblick:
Feldschlösschen, Original Lager hell, Rheinfelden/KantonAargau
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Falken, Lagerbier hell, Schaffhausen/Kanton Schaffhausen
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Müller, Lager Hell, Baden/Kanton Aargau
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Eichhof, Lager Hell, Luzern/Kanton Luzern
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Rugenbräu, Lager hell, Interlaken/Kanton Bern
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Calanda, Lager hell, Chur/Kanton Graubünden
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Adler, Lager hell, Schwanden/Kanton Glarus
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Denner, Lager hell, Hochdorf/Kanton Luzern
-folgt-
Appenzellerbier, Lager hell, Appenzell/Kanton Appenzell
-folgt-
Sonnenbräu, Lager hell, Rebstein/Kanton St. Gallen
-folgt-
Egger, Lager hell, Worb/Kanton Bern
-folgt-
Schützengarten, Lager hell, St. Gallen/Kanton St. Gallen
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PS: Wir bedanken uns nochmals bestens bei Herrn
Hofmann, Geschäftsführer des Rio-Getränkemarktes in
Wetzikon, der uns für diese Testserie mit seinem Wissen, mit
seinen Ratschlägen und last but not least mit seiner beeindruckenden
Biervielfalt im Angebot tatkräftig unterstützt und inspiriert
hat.