Einsiedler Doppelbock, Einsiedler Privatbrauerei Chemnitz-Einsiedel, seit 1885, Chemnitz, Sachsen, D, Alc.: 7,5% vol, 0,5l Mehrwegflasche:

Das Einsiedler Doppelbock ist ein dunkles Bockbier, das von Anfang an einen kräftigen, aber gutmütigen Charakter zeigt. Es ist kräftig im Malz, dunkelbraun bis kräftig rotbraun, sehr dunkel und aromatisch. Das spricht für ein Malz, das beim Rösten noch einiges an Gutem gewonnen hat. Der Schaum erscheint klebrig-cremig und wabert auf der dunklen Flüssigkeit. So vom Anblick erwartet man nun eine kräftige Süße. Der Geruch hat eine Portion Buttermilch, komisch für ein Bier. Er geht leicht ins säuerliche, ein Milchgeruch, den werde ich nicht so ganz wieder los. Das Malz drängt sich aber doch vor die Sahne, es war schon eine merkwürdige Sache. Der Antrank bringt dan alles wieder ins Lot. Wie man es bei dieser kräftigen Färbung erwartet, ist Malz, gutes Röstmalz, hier der Big Boss. Herrlich kräftig geröstet ist es aber gerade noch nicht zu bitter. Auf den Punkt. Kernig, herzhaft und gut. Süffig, angenehm bitter und gefällig süß präsentiert sich das Bier über eine längere Zeit, bis es zum Abgang auch die Stärke des Alkohols erkennen läßt. Je mehr ich davon Trinke, umso mehr möchte ich übrigbehalten, es soll einfach noch nicht alle werden!
Ich vergebe alle Punkte für Geschmack, Würze, Farbe, Süffigkeit und Erscheinungsbild. Eine klitzekleiner Punkteabzug für den anfänglichen nicht zum Bier passenden Geruch. Fast Höchstpunktzahl. Wenn der Braumeister ergründen kann, woher das kommt, gibt es die 6. Versprochen.

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Fazit: Ganz knapp an der 6 vorbei!
Bewertung: + + + + + - (d 04/07)
P.S. 02/08: Jetzt muss ich mein Versprechen einlösen - dachte ich. Alles Gute zusammenzubringen ist wahrlich nicht einfach. Der Geruch ist heuer herb-malzig bis strohig. Dafür zeigt sich der Schaum sehr spärlich und nicht standfest. Da gibt es jetzt Abzug. Leider. Das Bier hat das Zeug zu einem 6-er! Wieder nur + + + + + -, wieder knapp vorbei.