Elzacher Löwen-Pils (4,8 %) Elzacher Löwenbräu
Joh. Dold, seit 1856 aus Elzach in Baden-Württemberg:
Guter Schaum. Außen am Glas etwas grobporiger als mittig. Stand
und Volumen sehr gut. Für ein Pils eine recht dunkel gelbe Farbe.
Hopfentypischer Geruch nach frischen, grünen Dolden. Dazu ein sehr
angenehmer Blumenduft untermalt von parfümartigen Noten und Bourbonvanille.
Die Vanille auch im Antrank. Auch die fast schwere Blumigkeit. Dazu
ein Hopfen, der leicht ölig wirkt, gleichzeitig aber auch recht
trocken und kurz. Die Schnittmenge ist überzeugend und für
ein Pils sicher ungewöhnlich. Der Individualitätsstempel kann
hier bedenkenlos angebracht werden. Schade, dass die Kohlensäure
etwas zu aktiv ist und die Süffigkeit nach unten trimmt. Das Wasser
hingegen ist angenehm weich. Vollmundiger, reichhaltiger Geschmack,
der zu Beginn sehr viel Abwechslung bietet, dort blumig, parfümartig,
vanillegetränkt und herrlich schwermütig ist, ab der Mitte
setzt die Trockenheit des Hopfens nach und nach stärker ein und
steigert sich im Finish zu einer fast schon nordischen Nuance: asketisch,
edel, trocken. Dennoch ist der Kontrast zwischen Antrank und Abgang
nicht groß, die Linien sind fließend, es wird eine hohe
Milde erreicht. Einzig die etwas zu agile Kohlensäure sowie ein
weit entfernter und zum Ende hin abnehmender leicht oxidierter Ton trüben
den ansonsten sehr großen Trinkgenuss. Vor allem strahlt dieses
Bier mit 150-jähriger Tradition eine sehr eigene und natürliche
Note aus. Brauerei-Abfüllung steht in großen Lettern auf
der Flasche. Also ein ehrliches Bier der Basis. Das glaubt man gerne.
Auch die mehrmalige DLG-Prämierung ist sicher nicht erfunden. Ein
gutes Pils mit bunter Facettierung. Hier mit einigen wenigen kleinen
Makeln die 5. Vom Fass sicher nochmals eine ganze Schippe stärker.
Fazit: 1856-2006
Wertung: + + + + + [t
05/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Naturhopfen
PS: Vielen Dank an Gunter R. für die Organisation
dieses Pilsbieres.