Emsländer Brauhaus Dinkelbier seit 1997 aus Lünne in Niedersachsen: Naturtrüb und kupfern in der Farbe. Der Geruch stark malzig mit einer Spur Frucht. Ein sehr malzig schmeckendes, weiches Bier, das etwas sehr mildes und cremiges an sich hat, das an Butter erinnert. Hinzu kommt eine Spur fruchtiges, das an Orange erinnert. Voll im Aroma und ausgewogen im Geschmack. Unheimlich süffig und sehr aromatisch. Vor allem das Malz hat eine Menge Gewicht; wirkt natürlich und ausgesucht. Satt und handfest. Dazu sehr originell und nicht gerade alltäglich. Ein Bier, von dem man satt wird. Körperlich wie geistig. Man hat das Gefühl, etwas sehr gehaltvolles zu trinken. Ferner wirkt es gröber und männlicher als das Braunbier. Nicht so schmal und elegant, vielmehr kräftig und rau. Eher ein Bier aus dem Mittelalter als ein Gerstensaft der heutigen Zeit. Sehr urig und kräftig. Man würde am liebsten drauf herum kauen. Sitzen beim Braunbier auch feine Damen mit am Tisch, so rauft sich beim Dinkel eine raue Horde Tagelöhner und Halunken um den Bierkrug. Gefällt mir, das Dinkel. Hat so was urwüchsiges, kerniges und bürgerliches. Und es ist trotz seiner Ecken und Kanten eine Einheit. Wirkt in sich geschlossen und stimmig. Macht eine gute Figur. Dazu kann man die Natur aus diesem Bier heraus schmecken. Die Zutaten sind sicher nicht bei einer Brauereiversandhandelsagentur geordert worden sondern persönlich vom Braumeister vor Ort ausgesucht. Zumindest schmeckt es so. Vielleicht fehlt es den emsigen Emsländern an Brautradition. Das Ergebnis ihrer wenige Jahre währenden Versuche kann sich aber absolut messen und sehen lassen. Die sind in der kurzen Zeit ganz schön weit gekommen.
Fazit: Kurze Anlauf, weiter Sprung
Wertung: + + + + + - (t 06/03)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: Ja
Bemerkung: Hausbrauerei, keine Flaschenabfüllung