Brauerei Erlbach Zwickel Hell, unfiltriert, naturtrüb, Erlbach im Vogtland, Sachsen, Deutschland, 0,33l Bügelverschlußflasche, 4,9%vol

Zisch, fump, offen ist die kleine Flasche. Dann im Glas ist beim Bier von "naturtrüb" nur andeutungsweise etwas zu erahnen. Ein helles und recht klares Bier steht vor mir. Leider will kein so richtiger Bierschaum entstehen. Der geruch ist fruchtig-säuerlich. Sudhaus und Treber kommt da mit. Der Antrank dagegen ist herb, fast bitter-herb, fruchtig und sehr kraftvoll. Im ganzen sehr frisch, ein Zwickelbier eben. Im Malz steckt einiges an Kraft, obwohl es sehr frisch zu sein scheint. Spuren der Hefe sind noch da, ein Zwickelbier eben. Das Bier prickelt nicht wie Cider, aber hat eine ähnlich fruchtige Frische. Nach einer Lagerung und Reifung könnte aus diesem Bier mehr werden. Mehr Nuancen des Malzes, mehr Ausgewogenheit. Als Zwickelbier ist es OK so. Frisch, kernig, fruchtig und ganz leicht hefig. Im Abgang kommt noch eine ganz leichte Süße, die sich vom herben Grundton abhebt.

Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot: Ja
Fazit: Zwickel eben...
Bewertung: + + + + [d 04/10]
P.S. Dank an Stefan W. für die Zusendung der knubbeligen Flaschen.

Erlbach Zwickel Hell (4,9 % bzw. 5,0 %) 0,33er-Bügelverschluss-Flasche seit ? aus Erlbach in Sachsen:

Interessante Stärkeangabe. Mittig auf dem Hauptlabel ist 4,9 % vermerkt. Vertikal am Flaschenhals dann 5,0 %. Ansonsten steht die schmucke Bügelverschluss-Flasche für Klarheit und Eindeutigkeit. Ein wunderschön trocken-dumpfes Geräusch hebt den Verschluss rasch vom Flaschenhals. Es ergießt sich Honiggelbes, Trübes ins Glas, das drüber eine cremig-sahinge Schaumkrone besitzt. Nicht übermäßig imposant, dafür herrlich strukturiert. Ein frischer, in Ansätzen fruchtiger, kräftig-kerniger Malzgeruch marschiert in die Nase. Natürlich. Handgemacht. Unbelastet. Offen. Anregend. Spuren von milden Lageräpfeln und reifen Orangen erfreuen die Sinne. Ein Hauch Hefe schließt sich an und vereinigt sich mit einer Nuance Waldhonig. Eine Winzigkeit Vanille rundet das Geruchserlebnis mit etwas Wachsigem gekonnt ab. Sehr kompakt und kernig.
Sehr klare, sehr schmackhafte Sache. Ein überaus weiches und samtiges Wässerchen fällt sofort auf. Herrlich geschmeidig und flüssig. Der Geschmack hat etwas Kellerbierartiges. Staubig-modrige Einflüsse heben sich ab. Die Hefe hat durchaus Schwung und verfügt über ein breites Spektrum. Der Hopfen überrascht durch eine holzig-herbe, sehr kernige und intensive Bitternote. Der Charakter ist sehr kernig und urig. Der Geschmack ist herzhaft und trocken-hopfen-würzig. Die Vollmundigkeit ist zwar nicht sonderlich hoch, fast könnte man sich eine Spur mehr Tiefe wünschen, dafür überzeugt die Leichtigkeit und der sehr hohe Süffigkeitsfaktor. Jeder Schluck erschließt sich leicht und locker, überzeugt durch den handfesten, ehrlichen Geschmack. Die Hefe wirkt griffig. Der Hopfen dominiert das Aroma über weite Strecken. Der Geschmackskörper ist generell schlank, das Aroma hat aber dennoch Ausdruck und Gewicht. Das Kellerbier ist nicht weit. Süße Malznuancen wirken im Hintergrund. Etwas Modriges, Staubiges, Trockenes hält sich vornehm zurück, ohne dabei übersehen zu werden. Holzige Einflüsse sind erkennbar. Aromatisch sicher kein Schwergewicht. Der Vorteil dieses Zwickels liegt in der unbeschwerten und leichten, gut konsumierbaren Art sowie dem natürlichen Erscheinungsbild und der Prise Hausbrauerei, die in jedem Schluck steckt.

Fazit: In jedem Schluck
Wertung: + + + + - (t 12/09)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.brauhaus-erlbach.de
PS: Vielen Dank an Stefan W. für die Zusendung der Erlbach-Dreiher-Testreihe.