Ettaler Curator Dunkler Doppelbock (7,0 %) seit 1330 aus Kloster
Ettal in Bayern:
„Eine kräftig mundende, geschmackvoll würzige
Bierspezialität. Wir Benediktiner der Abtei Ettal brauen dieses
Fasten- und Festtagsbier mit handwerklicher Sorgfalt und braumeisterlichem
Können aus bestem Hopfen und Malz mit reinem Bergwasser nach
bay. Reinheitsgebot.“
Der stolze Ettaler Klosterbau ziert das Etikett. Wer schon einmal
durch die sanftbergige und recht einsame Gegend gefahren ist und dann
plötzlich diesen Apparat von Kirche erblickt, ist garantiert
beeindruckt. Passt irgendwo überhaupt nicht in dieses kleine
schmale Tal, wuchtig, wie dieser Komplex ist.
Kräftige mattbraune Farbe, die zwar keinen seidigen Glanz besitzt
aber dennoch klar und rein ist, vielleicht noch einen schwachen Schimmer
Rot in sich vereint. Der Geruch ist markant. Malzig, waldbodenartig,
röstig und sehr intensiv; was Wunder. Der Schaum ist nicht zu
verachten, baut er sich doch, immerhin sind wir hier beim eher schwachgehopften
Bockbier, stolz und standhaft über der Flüssigkeit auf.
Ah ja. OK. Aroma genug. Opulenter Antrank. Süß, sehr malzig
und seehr intensiv. Da wird Geschmack im Überfluss geboten. Flüssig,
harmonisch, vollmundig, nicht völlend, weil relativ schlank,
und doch herzhaft-würzig, kräftig, kernig, dazu versehen
mit weichem Wasser und zurückhaltender aber kräftiger Kohlensäure,
die dem Ganzen einen wohlig-weichen Charakter verleiht. - Harmonischer
Betrieb. Ohne Zweifel. Bekömmlich und fast schon, bei aller Würze
und Kraft, mild. Vor allem fällt der Curator nicht mit der Tür
ins Haus sondern verbreitet seine doch nicht zu unterschätzende
Wirkung (7,0 Touren) mit Samthandschuhen. - - Das Malz steht ganz
eindeutig im Vordergrund. Auf eine leicht holzige, harzige Art breitet
es sich im Mundraum aus. Voll. Stramm. Greifbar. Den Mönchen/Brauern
ist es gelungen einen Bock zu kreieren, der auf der einen Seite eindeutig
als solcher zu identifizieren ist, weil selbstbewusst, führend,
zupackend, auf der anderen aber auf leisen Pfoten daherkommt, harmonisch,
mild, gutmütig fast schleichend wirkt, so, als wisse er, welchen
Schaden er anrichten kann und darum besonders behutsam zu Werke geht.
Die Zutaten wirken allesamt hochwertig und so zusammengebracht, das
jeder Wirkstoff seine volle Entfaltung erreichen kann. Dazu erreicht
der Curator für ein Starkbier eine fast schon phänomenale
Süffigkeit, bedingt auch dadurch, weil das Aroma auf Schlank
getrimmt ist. Und hier kann man zum einzigen Kritikpunkt überleiten.
Was fehlt ist - vor allem im Abgang - die wirklich eigene und dominante
Note. Nach hinten raus nimmt der Schwung ab. Nicht dramatisch aber
doch derart, dass man um einen Punktabzug nicht umhin kommt. Man könnte
sagen, dieser Bock ist einfach zu harmonisch und harmlos; geschmacklich
gesehen. Ein wenig mehr Brutalität hätte dem Curator sicher
gut getan. Andererseits würde sich dieses Pfund für Einsteiger
und Frauen sehr gut eigen. - - Also. Eindeutig muss man sagen: ein
gelungenes Bier. Vom Wasser über die Kohlensäure sowie die
Zutaten hin zur Umsetzung mehr als lobenswert. Für einen Bock
aber fast schon zu glatt und schlank. Man vermisst dieses süße
Gefühl des Leichtsinns, welches man beim Genuss eines Starkbieres
haben sollte und oftmals auch hat. - - Süß ist er. Aber
nicht gefährlich genug. Kompliment oder Nachteil. Wer weiß.
Für mich ist der Curator jedenfalls ein Bier, das man als Brauort
in Bayer auf jeden Fall vorzeigen kann. Schlüssig. Flüssig.
Wirkungsvoll. Willkommenes Bierfallbeil. Süffig wie Hechtsuppe.
Fazit: Da legst Di nieder
Wertung: + + + + + (t
01/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.kloster-ettal.de