Fässla Lagerbier (4,8 %) seit 1649 aus Bamberg
in Bayern:
Sattgelbe, glasklare Farbe. Malzig-herber und recht frischer Geruch. Der
Schaum könnte etwas mehr Stand gebrauchen. Dumpf-malziger Antrank.
Recht kernig und intensiv. Aber auch etwas risikolos. Zwar recht dicht
und tief. Jedoch letztendlich ersetzbar. Von einem guten zwar. Aber doch
nicht eigenständig genug, um richtig aufzufallen oder Eindruck zu
hinterlassen.
Ein solides, schmackhaftes, natürlich schmeckendes Bier. Und vor
allem der erste Eindruck ist sehr gut und läßt hoffen. Leider
schafft es das Lagerbier nicht, diese Hoffnung zu erfüllen. Zwar
ist es zu jedem Zeitpunkt präsent, hellwach und einprägsam.
Aber daraus müßte man doch mehr machen können?! Das steckt
doch enorm viel Potential drin. Warum kitzelt man nicht die letzte Stufe
raus? So weich das Wasser auch ist und so fein die Kohlensäure auch
abgestimmt ist. Der Geschmack hätte doch noch eine Portion mehr Individualität
und Esprit gebrauchen können.
Der Test wirkt bis hierher eher negativ. Das täuscht. Denn das Bier
an sich ist sehr gut. So gut, dass man auf richtig großes hofft.
Doch der letzte Kick fehlt. Und das kreidet man dem Fässla Lagerbier
dann an. Obwohl der Grundstuck nicht nur solide, stark und urig ist sondern
eigentlich auch überzeugt.
Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass aus diesem Lager etwas
Besonders hätte werden können. Das vorliegende Ergebnis ist
mir etwas zu starr, unbeweglich und gemütlich. Es ruht sich zu sehr
auf den eigenen Lorbeeren aus. Nur eine Spur mehr Abenteuerlust, und dieses
Bier wäre ein absolutes Highlight. So reiht es sich „nur„
in die Spitzengruppe ein.
Fazit: Runter von der Couch
Wertung: + + + + + (t 01/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Markus B. aus Elsenfeld für die
Organisation eines
original Bamberger Bierkastens mit vielen leckeren Spezialitäten.
Im Internet unter: www.faessla.de
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