Falcon Special Brew Smakrik Lager (5,9 %) 0,33-Liter-Dose seit
1896 (brewed and canned by Carlsberg Sweden) aus ? in Schweden:
Über die Herkunft ist nicht mehr zu erfahren. Siehe oben. 5,9 sind
für ein nordisches Gebräu beachtlich. Fast schon ein Starkbier.
Die Farbe ist durchaus dunkelgelb; golden schimmert sie in der untergehenden
Abendsonne. Der Schaum hingegen gibt kein gutes Bild ab, enttäuscht
durch mauen Stand, wacklige Struktur und mäßiges Engagement.
Der Geruch ist strohig, etwas aufdringlich, zu wenig malzig und rund.
Kantig und hart. Und leicht sauer in der Kohlensäure. - - - Geschmacklich
wird mehr geboten. Ein überraschend grasiger Hopfen eröffnet.
Schwungvolles Malz folgt. Protagonist bleibt aber über die volle
Distanz ein öliger, dabei schlanker, grasiger Hopfen, der aufgrund
der grob portionierten Kohlensäure ebenso wirkt, im Grund jedoch
durchaus hintergründig ist. Nicht ganz so auf der Habenseite die
leicht künstlich wirkende blumige Note. Das ist schwer einzuordnen
und wirkt plakativ. Das Malz bringt noch eine nicht wirklich einwandfrei
strahlende Karamellnuance auf den Tisch, die mit dem Rest nicht perfekt
und homogen in Verbindung gebracht werden kann. Wasser und Kohlensäure
sind gut in Schuss, wobei letztere für meinen Geschmack eine Stufe
zu agil auftritt. Die Süffigkeit ist verblüffend hoch. Das
Glas leert sich beachtlich schnell. Das Aroma ist sicher etwas aufdringlich,
aber ausdrucksstark. Die oft erlebte laue Trockenheit ist hier nicht
zu finden. Engagement ist vorhanden. Die Inhaltsstoffe sind nicht zweite
Wahl, sondern entwickeln Persönlichkeit. Dennoch keine Frage: zum
ganz großen Wurf reicht es freilich nicht. Dennoch hebt sich dieses
Special Brew ab von dem Einheitsbrei, der in Skandinavien leider immer
wieder über die Massen gegossen wird. Somit habt Mut und traut
euch auch etwas Starkes zu trinken im Norden. Das Falcon Special Brew
Smakrik Lager wird euch nicht enttäuschen. Vielleicht etwas zu
schnell die Lichter derer ausknipsen mit 5,9 Umdrehungen, die solch
eine Schwungmasse nicht gewohnt sind. Aber ist es nicht besser, früh
aber gut die Segel zu streichen als spät und schlecht? Der Hopfen
hat hier durchaus einen guten Lauf. Das Bier kann man empfehlen. Positiv
das Blumige, Grasige, Farbenfrohe und die Intensität dieses Gebräus,
wenn auch das Malz nicht beste Figur macht.
Fazit: Früh und gut
Wertung: + + + + [t 05/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen
PS: Herzlichen Dank Wieland B. für den Transport
und die Spende!