Falle Höstbryg (6,0 %) 0,5-Liter-Flasche seit ? aus ? in
Dänemark:
Auf den ersten Blick ist die Heimat dieses Bieres nicht identifizierbar.
„Constantinsborg, Gyllingn/Es, Firjensborg, Schackenborg, Wedellsborg“
steht auf dem Label geschrieben. Unter www.de5gaarde.dk finde ich hoffentlich
mehr Information.
Seidenmattes Bernstein bietet dem Auge einen Luxusblickfang. Auch der
beige schimmernde Schaum, hervorragend in Form, gesegnet mit feinsten
Poren, mächtigem Körper und hehrem Stand, schmeichelt. Der
Geruch ist stark karamellmalzig, etwas brüchig und hart vielleicht,
auf jeden Fall sehr intensiv. Ein schwach blumiger, leicht tabakartiger
Bitterhopfen meldet sich noch.
Beerenfruchtiger Charakter gemischt mit einer hellen Ledernote. Der
Bitterhopfen haucht etwas Tabak hinzu, ist ansonsten trocken. Das Malz
äußert sich durch einen Karamellton und eine leichten Treberimpression.
Eine etwas zu säuerliche Nebennuance stört etwas. Wie auch
die Kohlensäure, bei übrigens weichem Wasser, nicht wirklich
samtig ist. Die Vollmundigkeit ist hoch, der Geschmackskörper über
die Distanz gleichmäßig. Das Beerenfruchtige harmoniert gut
mit dem Tabak. Der Bitterhopfen wirkt trocken und leicht pudrig. Herbe,
bittere Aromen dominieren. Kein Bier zum Durstlöschen. Das ist
ein Gebräu mit Hintergrund und Tiefgang. Leider ist die Kohlensäure
so agil, dass der Mundraum von einem ständigen bizzeln heimgesucht
wird. Das dimmt die Geschmacksentfaltung zwangsläufig. - - Eben
bemerke ich noch einen hefigen Zusatz, der mittelmehlig bis feingrob
auftritt und dem Geschmack zur einer gewissen Balance verhilft. Nicht
ganz so fein dieser etwas dumpfe und kühl oder sterile Karamelleindruck,
der etwas an verbrannten Zucker erinnert. Das passt nicht so richtig
zum Rest. Hier tun sich einige Härten auf. Auch die Ausrichtung
gibt ein wenig Rätsel auf. Zwar ist das Aroma, wie schon gesagt,
intensiv, wirkt aber auch gleichzeitig etwas fundamentlos. Eine gewiss
spürbare Sterilität drückt das aus. Nicht wirklich anschmiegsam
oder schmeichelnd das Falle Höstbryg. Interessant allemal. Aber
eben kein Bier für den Olymp. Die Harmonie der Zutaten ist gehoben
mittelmäßig. Wie oft in Dänemark kräftig eingebraut.
Geschmacklich aber etwas gewöhnungsbedürftig sicher. Knapp
an der 4 vorbei.
Fazit: Nichts für den Olymp
Wertung: + + + -* [t 08/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter:
www.de5gaarde.dk