Falter Original Aitermoser Hefe Hell (5,0 %) seit ? aus Hof
in Bayern:
Edle Schaumentwicklung. Feinporig, stramm, lange haltbar. Der Geruch
erinnert a) stark an Sekt und b) an Apfelmost. Unüblich und sehr
intensiv, aber nicht unangenehm. Farblich hell- bis mittelbraun.
Mein lieber Herr Gesangsverein. Das ist mutig. Ein Aroma, das weniger
an oberfränkische als an Belgische Biere denken lässt. Das
sektähnliche zieht sich wie eine Schnur durch den Geschmack. Dieser
recht schlank und griffig. Nicht zu völlend. Allerdings hat dieses
Weizen ein prinzipielles und großes Manko: die Kohlensäure
ist dermaßen stark, dass es ein einziges Bizzeln und Zischen ist
bei jedem Schluck. Man hat Probleme, dem Rest der Geschichte zu folgen.
Das ist schade, denn der Geschmack ist zwar ungewöhnlich aber sicher
erfrischend und spritzig. Dazu tendiert das Aroma eindeutig zum Süffigen.
Das Wasser scheint auch sehr ordentlich. Aber die Kohlensäure ...
da haut wie eine Axt dazwischen. Nicht übermäßig vollmundig.
Dafür sehr individuell gestrickt. Frei von störenden Aromen,
präsentiert sich das Aitermoser, trotz deftigem Namen, hellwach.
- - Auch eine Spur Karamel ist dabei. Beachtliche Interpretation. Aber
... ihr wisst schon.
„Aitermoser – benannt nach dem ehemaligen Brauereibestizter
der Brauerei Falter – ist eine Besonderheit unter den Bieren,
da es nach einem über 90 Jahre alten Rezept gebraut wird. Es ist
charakterisiert durch seinen eigenwilligen, kräftig sprizigen Typus:
es ist eine Art Weizenbier, allerdings mit einem speziellen Hefestamm
angesetzt, untergärig eingebraut. Der geringe Kohlensäureanteil
präsentiert die hefetrübe Spezialität ungemein rund und
süffig.“
Aber hallo. „ ... der GERINGE Kohlensäureanteil ... „
!?!?!? Nein. Sorry. Da ist entweder ein Fehler im Text oder mit der
Flaschengärung hat es ein leichtes Problem. Alles andere kann man
nur unterstreichen. Und mit normal eingestellter, bzw. gering aktivierter
Kohlensäure ist das sicher ein Klassebier.
Fazit: Kohlensäureattacke
Wertung: + + + + [t 12/05]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen,
Hopfenextrakt, Hefe