Fiedler Abrahams Bock (6,1 %) seit 1813 aus Oberscheibe in Sachsen:
Der Einschank ist ein Erlebnis. Dunkelgelbes, rot-goldenes Bier wirbelt
in schaumigen Sequenzen ins Glas. Kurz wirkt das Ganze unruhig, unsortiert.
Aber nach wenigen Augenblicken ordnet sich die Sache und der Schaum
baut sich oben auf. Das sieht sehr attraktiv aus. Leider hält sich
der Schaum aber nicht sehr lange. Schon nach wenigen Augenblicken verflüchtigt
er sich zusehends. Aber das ist bei einem Bock nicht weiter tragisch.
Der Geruch ist relativ mild, ruhig, malzig, süß, klar.
Das Malz teilt sich mit einer interessanten Apfelnote den Antrank. Ruhig.
Konzentriert. Klar strukturiert. Nie übertrieben oder aufdringlich,
vielmehr zurückhaltend, sanft, bekömmlich. Dieses Bier schmeckt
sehr ausgewogen, vielleicht etwas konservativ, da bis auf diese malzige
und leicht apfelmostige Note und einem leicht schinkenartigem, rauchigem
Einschlag nicht viel mehr im Spiel ist, aber genau das gibt diesem Bock
seine Stärke, dieses aufgeräumte, zurückgelehnte, unaufdringliche
Geschmacksbild. Nicht völlt, stört oder plustert sich auf.
Ruhiger, gediegener Biergenuss. Eine Spur Nussigkeit. Der Hopfen schimmert
schwach durch. Die Zutaten sehr harmonisch, sehr bekömmlich, für
einen Bock fast schon gnadenlos sanft, aber auch sehr süffig. Das
süße Malz gibt diesem Bier seine ausgeprägteste Note.
Man schleckt sich nach jedem Schluck die Lippen.
„Leicht rötlich wie ein Edelstein, gut bekömmlich,
klar und rein, malzaromatisch – ein Genuss! Ein süffig Bier
so schmecken muss.“
Süffig absolut. Ein bescheidener Vertreter seiner Gattung. Durch
seine Bescheidenheit wird er möglicherweise leicht verkannt. Wer
sich aber Zeit nimmt sich mit diesem Bier anzufreunden wird bald merken,
dass er eine sehr reine und edle Kreation vor sich hat, über eine
große Ausstrahlung verfügt. Ein Bier, das es nicht nötig
hat zu protzen sondern durch seine ruhige und kompakte Art zu überzeugen
weiß. Man sieht es zwar nicht auf den ersten Blick, aber spätestens
dann, wenn einem der erste tiefe Schluck durch die Speiseröhre
rauscht spürt man, dass man es hier mit etwas sehr Hochwertigem
zu tun hat. Und das Wasser erreicht einen Weichheitsgrad … enorm.
Auch die Kohlensäure ist allererste Sahne. Gute 5.
Fazit: In der Ruhe liegt die Kraft
Wertung: + + + + +* [t
06/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen