Fiedler Magisterbräu Schwarzbier (4,7 %) seit ? aus Oberscheibe
in Sachsen:
Immer wieder ein grandioser Anblick. Diese beige Farbe des Schaums bei
Schwarzbieren. Hier nicht nur farblich auf der Höhe sondern auch
in der Ausbildung – extrem feinporig, großes Volumen, langer
Stand. Das ist vom Feinsten. Der Geruch ist sehr süß, stark
malzig, wenig Hopfen, Karamell, eine leicht colaähnliche Note sowie
eine kompakte Ansammlung von Rauch, Schinken, Lakritz und viel Süßem.
Die Farbe leuchtet in herrlichstem Bordeauxrot.
Imposanter Antrank. Da ist viel im Spiel. Viel Malz. Cola. Eine etwas
schwammige Gerste. Rauchiges. Etwas aufdringlich Süßes. Eine
Spur Bamberger Rauchbier. Ein Hauch Schinken. Dazu eine feine Trockenheit,
edel, asketisch, in starkem Kontrast. Das wirkt alles sehr überraschend
und intensiv. Allerdings flacht diese leichte Anfangseuphorie bald ab,
denn das Aroma dünnt bald aus und eine viel zu starke Kohlensäure
nimmt weiteren Spaß. Die Sache kippt rasch und wird etwas aufdringlich
und stressig. Hintergründig. Aber doch spürbar. Es wirkt,
als wollte es zu viel auf einmal und hätte dafür nicht die
richtigen Instrumente zur Hand. Was schade ist, denn die Grundvoraussetzungen
sind prima. Facettenreiches Geschmacksbild. Interessanten Wendungen
im Aroma. Aber richtig durchschlagend und süffig ist es nicht.
Und vor allem die Kohlensäure schiebt dem Ganzen einen Riegel vor.
Irgendwie ungemütlich. Großes Potential nicht richtig geweckt.
„Fiedler-Schwarzbier ein Genuss, den ein jeder trinken muss.
Malzaromatisch gut gebraut, es dunkel aus dem Glase schaut.“
Zweifellos sehr gute Ansätze. Trotzdem schafft es dieses Schwarze
nicht, den Trinker zu fesseln.
Fazit: Dreht die Kohlensäure zurück!
Wertung: + + + - [t 05/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Felsquellwasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter:
www.brauerei-fiedler.de
PS: Vielen Dank an Thomas F., der sich für sich
für die Zusendung des Probierpakets verantwortlich zeichnet.
PPS: Erwähnt sollte noch das originelle, farblich
vielleicht etwas aggressive ansonsten aber sehr anspruchsvoll gestaltete
Label werden! Gute Sache.