Fiedler Pilsener, Privatbrauerei Fiedler, Seit 1813, Oberscheibe im Erzgebirge, Sachsen, D, Alc.: 4,7%vol, 0,5l Mehrwegflasche

Farbe und Aussehen sind pilstypisch, eine schöne Schaumkrone wölbt sich über den Glasrand hinaus. Dafür ist der Geruch eigentlich nichts, etwas muffig, etwas fruchtig. Der Antrank überrascht dann doch, es gibt herbes Pils auf die Zunge. Das Malz ist ein Pilsener Typ der kräftigen Sorte.
Mit spürbaren Bitterspuren vom Anfang an. Mit einer milden Fruchtigkeit und einem kräftigen kernigen Grundgeschmack. Der Hopfen ist Beigabe, nicht im Vordergrund. Er unterstreicht den Geschmack , der in die herbe Kategorie abgleitet. Das ist fast schon ein nordisches herbes Gebräu. Das erwartet man hier in der Nachbarschaft zu Böhmen und deren herrlich weichen Bieren gar nicht. Der Abgang hat dann zu einer gewissen neuerlichen Überraschung noch einen Hauch von Wald. Die Frische von Kiefern oder Fichten, Nadelwald. Man ahnt das Rauschen in den Gipfeln. Leicht und andeutungsweise, aber die Natur des Erzgebirges lebt auch in diesem Bier! Da soll das Wasser nicht unerwähnt bleiben. Weich wie im Böhmerwald kommt es auch aus den Quellen des Erzgebirges. Es mildert die nordischen Härten und läßt das Bier dann doch noch zu einem guten Ausklang kommen. Die kleine Brauerei kann sich damit sehen lassen!
www.brauerei-fiedler.de

Fazit: Ende gut - alles gut
Reinheitsgebot: Ja
Bewertung: + + + + + (D 01/07)

Fiedler Pilsener (4,7 %) Privatbrauerei seit 1813 aus Oberscheibe in Sachsen:

Klassisch gut strukturierter Schaum. Quirlig. Feinporig. Großes Volumen. Guter Stand. Da kann man absolut nicht maulen. Tolles Bild. Die Farbe eher hell und glasklar. Der Geruch ist sehr hopfig und rein, frische und markant. Der Hopfen wirkt, als hätte man ihn gerade zwischen den Finger zerrieben. Hinzu gesellt sich noch eine citrusfrische Note.
Ein Pils in typischer und urwüchsiger Form. De Hopfen hat die Sache fest im Griff, spielt gekonnt seine Stärken aus und setzt Akzente. Das Malz ordnet sich unter, zeigt nur am Rande. Chef im Ring ist die Doldenfrucht. Zweifelsfrei. Sehr spritzig und frisch. Dazu natürlich und frei von Störkräften. Einziges Manko: der Abgang wird etwas dünner, wobei hier der Hopfen eine sehr bittere und markante Schlussnote erreicht. Allerdings verflacht die Vollmundigkeit hier ein wenig. Zweites kleines Problem: ein leicht metallischer Hauch wabert im Hintergrund. Aber das ist nicht wirklich schlimm und lässt sich wohl auf den Postweg zurückzuführen. Insgesamt aber ist das ein sehr interessantes Bier. Das Wasser mehr als gelungen. Die Kohlensäure aktiv aber nicht aufdringlich und sehr fein-spritzig. Der Hopfen ist die eindeutige Stärke, hat eine sehr hohe Natürlichkeit und ein sehr typischen Ausdruck sowie eine bemerkenswerte leicht blumige Art. Das Malz schwingt kurz, bietet eine nur schwach mastige Basis, wirkt aber durch seine zurückhaltende Art als Hopfenbeschleuniger, und der nimmt es dankend an und macht das Beste daraus. Nordisch herb. Frischwürzig süffig. Und trotz aller Aufgewecktheit wirkt dieses Pilsener sehr harmonisch und ausbalanciert. Angenehm auch, dass beim Genuss der Geruch und der Geschmack einen zeitgleichen Höhepunkt erreichen, sich gut vermischen und vor Ausdruck nur so strotzen. Das kann man trinken.
„Fiedler-Pils aus Oberscheibe trinkt sich gern zum Zeitvertreibe, helles Malz und edler Hopfen, feinherb-frisch in jedem Tropfen.“

Fazit: Aus dem Erzgebirge
Wertung: + + + + + [t 05/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Im Internet unter: www.brauerei-fiedler.de
PS: Herzlichen Dank an Braumeister Thomas Fiedler für die kostenlose Zusendung eines reichhaltigen Probierpaketes.