Fiege Gründer-Hell (5,1%) seit 1878 aus Bochum in NRW: Frischmalziger Geruch, durchaus kernig und ausdrucksstark. Grandioser Schaum, fein und standhaft. Die Farbe kräftiggelb. Butterähnlicher, cremiger, würziger, karamelluntermalter, hopfentendierender Antrank. Interessante Kombination aus diesem Butterigen und dem eher herb-malzigen Ton. Das zieht sich durch bis in den Abgang. Schmeckt ungewöhnlich. Teilweise etwas ungeordnet, bzw. sehr ungestüm und leicht kantig. Dadurch wirkt es aber auch abwechslungsreich und individuell. Wirklich sehr eigen im Geschmack. Vor allem der Hopfen kommt hier stark und würzig durch. Man fühlt sich teilweise fast schon an ein Pils erinnert. Leider reicht es aber an die Tiefe und Ausdruckskraft seines Pilskollegen nicht heran. Das Hell ist zwar relativ süffig und hat eine sehr individuelle Note. Aber mir wirkt es ein bisschen zu durcheinander und ohne den rechten Roten Faden, um restlos zu überzeugen. Es fehlt im die vollendete Süffigkeit, verursacht durch das etwas zu unsortierte Aromabild. Und etwas scharfes bricht hin und wieder durch. Trotzdem eine ordentliche 4. Vielleicht muß man sich ja erst an den etwas ungewöhnlichen Geschmack gewöhnen, um es zu lieben. Jedoch zieht es im Vergleich zum Kraus Lager Hell aus Hirschaid den Kürzeren.
Fazit: Der kleine Bruder vom großen Pils
Wertung: + + + + (t 06/03)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Brauwasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.moritzfiege.de