Fischer's Hell (5,1%) Fischer’s Stiftungsbräu seit 1691 aus
Erding in Bayern:
Das sieht ja edel aus. Dezent. Gekonnt gestaltet. Zurückhaltend
erhaben. Graphisch sehr ansprechend. - - Erding!? Da war doch was …
Der Schaum könnte nicht besser gestaltet sein. Ich bereue es fast,
dieses Bier nicht sanfter eingeschenkt zu haben. Das ist richtig stramm.
Treberartiger Geruch. Viel Malz. Natürlich aber etwas schwer. Die
Farbe ist hell- bis mittelgelb und klar.
Der Antrank ist intensiv. Das ist viel Malz im Spiel Aber auch eine
Schwere, die auf das Aroma drückt. Blickt man auf das Etikett,
so sieht man, dass dieses Bier bis Oktober 2006 haltbar war. Nun haben
wir den 30.11. Was nicht weiter schlimm sein sollte. Aber hier spürt
man die Unfrische ein wenig. Das Bier ist nicht mehr dynamisch und agil
genug. Trotz der Vollmundigkeit und Tiefe, die es ausstrahlt und verkörpert,
kommt nur gedämpfte Stimmung auf. Außerdem schwimmt in diesem
Bier etwas, das sich nicht rausfischen lässt, immer wieder entschlüpft,
und aussieht wie eine Minnigarnele. Möglich, das ich das reingeschubst
hab. Möglich, dass es eingebraut wurde. Sieht auf jeden seltsam
aus, wie das Ding mittig festhängt und die Kohlensäure daran
nach oben strömt. Aber ich krieg’s schon noch. Gut. Zurück
zum Geschmack. Wie erwähnt, sehr malzig. Es fehlt aber die nötige
Frische und Spannkraft. (Die Garnele hält sich übrigens genau
in der Mitte des Bieres, im Zentrum des Glases. Bewegt sich keinen Millimeter.
Unglaublich. Wenn man trinkt und dabei das Glas anwinkelt, gleicht sie
das akkurat aus. Wie ferngesteuert. Man nimmt instinktiv nur kleine
Schlucke.) Der Hopfen kommt auch zur Geltung. Wirkt holzig und etwas
ungelenk, hat aber einen guten Einfluss auf den Geschmack, kontert die
Süße etwas. Aber in der Summe wirkt dieses Helle doch nicht
aktiv genug und das Aroma eingeengt. Obschon dieses Bier eine gewisse
Klasse andeutet, kann dieselbige sie nicht wirklich beweisen. Dieses
Bier müsste man nochmals trinken. Frisch. Vom Fass. Und die Garnele
ist jetzt doch nach unten gesunken und liegt am Boden. Das beruhigt
mich, denn nun kann ich meine durchschnittliche Einsaugmenge etwas nach
oben trimmen. Aber ein gutes Gefühl hat man dabei nicht.
Fazit: Minigarnele
Wertung: + + + - [t 11/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Eckardt K. aus Freising für
die Beschaffung und Zusendung dieses Bieres.