Fischer's Kristallweizen, Fischer's Brauhaus Mössingen, Baden-Württemberg, 0,5l Mehrwegflasche, Alc. vol. 4,9%, seit über 250 Jahren

Weizen. Und das steht nun vor mir. Da ich ein ausgesprochener Pilsliebhaber bin, keine leichte Aufgabe. Aber immerhin habe ich ja schon einmal ein Obergäriges mit 6 Punkten gelobt! Jetzt schnell ein Glas für ein Weizenbier gesucht und schon geht es munter los. Gut sieht es ja aus. Der Schaum klingt wie ein munter sprudelndes Bächlein, knistert leise vor sich hin und baut sich zu einer beachtlichen Schönheit auf. Dazu bleibt dieser auch noch recht standfest, so liebt man es bei einem guten Bier. Dem Ganzen entströmt ein feiner Malzgeruch, eher dem Weizen als der Gerste zuzuordnen. Das Bier ist schön sonnengolden, ein reifes Getreidefeld in seiner besten Farbe, an einem langen Sommerabend in der tiefstehenden und ins Orange wechselnden Abendsonne.
Die Kohlensäure produziert munter die kleinen Frischeperlen, der Schaum kribbelt beim Antrank an der Lippe und dann gibt es einen schönen leichten, aber würzig fruchtigen Geschmack. Absolut gut. Soviel zum Thema Vorurteile gegenüber Weizen. Dieses ist ein gutes Bier gegen den Sommerdurst, ein überraschend gutes Kristallweizen. Das superweiche Wasser macht es rund, keine Nuance, die richtig stört. Kein schlechter Wurf! Das können auch Pilstypen reuelos trinken.

Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot
Fazit: Herrlich Weizen
Bewertung: + + + + + + [D 06/07]

Fischer’s Kristallweizen (4,9 %) Fischer’s Brauhaus seit über 250 Jahren aus Mössingen in Baden-Württemberg:


Wunderbar goldgelbe Farbe, die, in Zusammenspiel mit den unten sachte beginnenden und dann immer schneller nach oben strebenden Kohlesäureblässchen, einen turbulenten und schönen Augenschmaus bietet. Der Schaum ist etwas grobporig, vereint sich zur Mitte jedoch zu einer ordentlich sahnigen Haube. Ein sehr frischer und gerstiger Geruch steigt in die Nase. Lebendig und prickelnd.
Eine sehr agile Kohlensäure bringt den in erster Linie gerstigen Geschmack mit rasantem Tempo über die Geschmacksrezeptoren. Vorne leicht salzig und herber, wird es nach hinten mittig wärmer und malziger und gewinnt an Fülle. Der Antrank ist geprägt von einer etwas unruhig-spelzigen Gerstennote. Hier erreicht die Spritzigkeit Höchstwerte. Im Mittenteil kontert das Malz und bringt eine vollere Karamellnote ins Spiel, die sich bis weit ins Finish hält. Der Abgang hat dann eine Kombination aus leicht angehopftem Charme und einer feinsüßen Karamellmalzanmutung und einen finalen Triumph in einer sehr anregenden und lang anhaltenden Mixtur aus Gerstenmalz und Weizen, die den Rachenraum lange bedecken. Die Vollmundigkeit steigert sich vom Beginn zum letzten Drittel stark und wirkt dort befriedigend und für ein Kristall leicht mastig. Sicher nicht das komplexeste Aroma. Aber das Zusammenspiel aus spritziger Frische, Gerste und warmem Malz erfreut. Zumal störende Einflüsse den Geschmack komplett verschonen. Das Wasser ist rein und weich, transparent und gutmütig. Die Kohlensäure, wie schon angedeutet, könnte einen Hauch zurückhaltender agieren, bewegt sich aber für ein Kristall noch im normalüblichen Rahmen. Der Hopfen zurückhaltend. Die Sache ist in des Malzes Händen. Auch der Weizen packt stark mit an und verleiht dem Bier eine zusätzliche, handfeste Feldnote. Natürlich und frisch. Der Knappe mit der Sense auf dem Label hat die Ähren sicher gerade erst frisch rasiert. Ein herrlich unaufgeregtes, bodenständiges genau auf den Punkt gebrachtes Kristallweizen. Das Aroma hat sicher nicht außergewöhnliche Überraschungen zu bieten. Aber das macht gar nichts. Solide und kernig (und dabei jederzeit schlank) zieht dieses Kristall seine Geschmackskreise und gibt dem Trinker und der Trinkerin genau das, was wichtig ist: ein leckeres Bier.

Fazit: BIER NR. 4.100 !
Wertung: + + + + + [t 03/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet: www.brauhaus-moessingen.de