Flensburger Brauerei, Flensburger Pilsner, 4,8%, seit 1888 aus Flensburg in Deutschland
Vor mir steht das bisher größte Flaschenformat, dessen Inhalt ich nun testen soll. Zwei Liter. Zwei gigantische Liter Pilsbier aus Flensburg. Ich wische mir schon mal den kalten Schweiß von der Stirn. --- Mit einem dröhnenden Ploppp geht die Riesenflasche auf. Aus der dicken Flaschenöffnung strömen ungebändigte süße Gerstenmalzaromen heraus. Riecht verdammt würzig. Mit Mühe und Not versuche ich die Zwei-Liter-Bügelverschlussflasche zu halten und das Bier zitternd in mein Pintglas hinein zu befördern. Na ja, es ist mir schon besser geglückt und es gelingt mir halbwegs. Eine riesige Schaumentwicklung füllt sofort mein Glas. Der Schaum ist hochweiß und steht da wie der Fernsehturm von Berlin-Mitte. Er ist feinporig und weicht keinen Millimeter. Vollkommen unbeweglich. Frischer Geruch, würzig, feinherb mit subtilen und flüchtigen Hopfennoten. Ich versuche wieder das Glas zu füllen. Die Schaumkonstruktion sieht aus wie mindestens zwei geschlagene Eiweiße. Die Farbe ist ein klares Gelb mittlerer Intensität. Der Auftakt ist süß-herb. Geschmeidig und filigran fließt das Flensburger Pils in den Mund hinein. Es ist gebraut nach der norddeutschen Variante der Pilsner Brauart, im Vergleich zum Wettbewerb überdurchschnittlich hopfenherb. Auf dem Gaumen und dann im Rachen würzigherbe Hopfennoten, die sich nach dem langen Abgang harmonisch in der gesamten Mundpartie nachhaltig ausbreiten und niederlegen. Flüchtige Zuckeraromen auf der Zunge. Geniales Süße-Säure-Spiel. Das Wasser ist superweich und die Kohlensäure höchst angenehm dosiert. Das Bier fließt gradlinig, volle Pulle, nix dazwischen, direkt, ehrlich und klar. Brutal, diese markanten pilstypischen Noten. Ich schaue mir wieder die Flasche an – eine Augenweide. Mensch, ist die geil. Unterdessen bin ich bei der dritten Füllung. Ein Schaum wie ab Zapfhahnen, dicht, kompakt, feinporig, mit vielen, schönen und verschieden großen Blasen. Herrlich, diese Gerüche, welches das Bier jetzt von sich gibt. Irgendwie hat sich das Gebräu weitaus geöffnet. Es sieht so aus, als würde nun das Bier auf Sturm stehen. Von Norden kommend. Öljacke? Diese Zwei-Liter-Ampulle hat etwas wunderbares. Jedes Mal, wenn ich das Glas neu fülle, habe ich den vollen Trinkgenuss. Angefangen vom majestätischen, wohl duftenden und genial schönen Schaum – jetzt bemerke ich die Aromen von gedörrten Früchten. Dieses Bier ist einmalig. Es erinnert mich an meine Hamburger Zeiten. Ich glaube, man muss im hohen Norden gewesen sein, um diese Gabe vollends zu verstehen. Dieses Bier widerspiegelt die vielfältigsten Impressionen der nördlichen Hemisphäre der deutschen Republik. --- Am allerliebsten würde ich jetzt ein paar Krabbenbrötchen zu meinem Magnum-Pils gesellen. Ein Stück norddeutsches dunkles und herzhaftes Roggenbrot wäre auch nicht ganz schlecht. Vielleicht mit einem großzügigen Stück wohlduftigen und schmackhaften geräucherten Fisch belegt. --- Bis zum letzten Halfpint hatte ich meine schöne Mühe, um diesen kostbaren Nektar aus Flensburg in das Glas zu bringen. Unglaublich, der Schaum knistert immer noch schön und harmonisch, als wäre ich erst am Anfang der Trinksession. Die Kohlensäure hat von dem auf- und zumachen der XXL-Flasche etwas an Kraft eingebüßt. Macht nix. Das Bier schmeckt nach wie vor super. So etwas muss man zumindest einmal im Leben gesehen bzw. getrunken haben. Da nützen keine Degustationsnotizen. Nein! Da muss der Bierkenner selbst die Buddel in die Hand nehmen. Und ich schwöre es bei jeder Flensburger-Zwei-Liter-Flasche: Das lohnt sich. Und wie. Donnerwetter.
Fazit: Öljacke nicht vergessen
Wertung: + + + + + - [i 01/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt
Im Internet unter: www.flensburger.de
Flensburger Pilsner, Premium Qualität, Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG, Flensburg, SH, 4,8 % vol, o,33l Bügelverschlußflasche (Mehrweg):
Was daher kommt wie Bölkstoff ist nur der Bruder desselben. Ein purer Hopfenspaß mit Plopp. Der Hopfen "flenst" auch lässig über dem Flaschenhals, kondensiert als "plopp-Wolke" und regt das Riechorgan schon mal norddeutsch herb an. "Nich lang snacken - Kopp inn' Nacken", die Buddel an den Hals und runtergegluckert. Flens trinkt man nicht aus demm Glas - oder?
Ich habe dann trotzdem den Schaumtest im Glas gemacht - prima gelungen! Es funktioniert. Mit Überschäum-Neigung! Aus der Flasche getrunken kommt jetzt der Rülpser. Die Kohlensäure ist jetzt frei und will 'raus.
Der hopfenherbe Antrank setzt Akzente, da kann weder das Wasser noch das Malz drüber - der Hopfen ist der Boss hier! Obwohl das fruchtig-frische Malz auch keinen Anlass zum Meckern gibt. Das Wasser ist nicht superweich, passt aber zu dem nordisch herben Typ.
So locker weggetrunken macht das Bier Spaß, ist frisch und der Hopfen spielt seine Sinfonie bis zum letzten Ton.
Fazit: Da gibts kein Mecker!
Zutaten: Malz, Hopfen, Wasser
Bewertung: + + + + + (D 01/05)
Flensburger Pils: Vom Faß direkt an der Flensburger Förde ausgeschenkt. Blickt man linker Hand aus dem Fenster, so sieht man den alten Hafen. Flensburg war übrigens bis zum ersten Weltkrieg noch vor Hamburg und Bremen eine der führenden Hansestädte. Das Pils wird mir als einzigem Gast von einer netten Blondine eingeschenkt, die den Bruder von Brösel kennt, den Erfinder der Comicfigur Werner. Dafür weiß sie nicht, woher Paderborner Bier kommt (wie peinlich) und versichert mir, der von Dänemark herab kommende Orkan, der mit 152 Kmh über die Stadt fegt und in Hamburg 2 Todesopfer fordert, sei nichts besonderes. Gut. Das Bier schmeckt außerordentlich gut. Gar nicht mal so hopfig, wie man es erwartet hätte. Eher würzig mit einer malzigen Note. Es ist süffig, der Schaum steht wie eine eins, das Aroma ist tief und voll. Ein leckeres und süffiges Bier allemal. Bitte dringend beachten: Aus der Dose schmeckt dieses Bier unerklärlicherweise um Klassen schlechter. Also. Ins Auto hocken. Nach Flensburg tingeln. An den alten Hafen setzen. Ein Flensburger vom Faß kommen lassen und die Schönheit der alten Hansestadt bewundern.
Fazit: Das Flenst vom Faß
Wertung: + + + + + (t 02-02)
Flensburger: Ploppender Biertrinkertraum. Alles freut sich. Starker Abgang, guter Rausch. Klasse Partybier. Mächt öinfach Sinn, würde Werner sagen.
Prädikat: Auf Flensburg und seine Punkte
Wertung: + + + +