Flensburger Gold (4,8 %) seit 1888 aus Flensburg in Schleswig-Holstein:
Trends sind da, um entweder gemacht oder befolgt zu werden. So gibt
es mittlerweile auch im hohen Norden diese weißen, durchsichtigen
0,33er Flasche, hier mal erfreulicherweise mit Bügelverschluss,
die sich meist „Gold“, „Mild“ oder ähnlich
nennen. Is ja schön. Gibt was zu testen.
Also der Geruch … das ist eine Mischung aus Badeschaum, Bonbons
und süßem Malz sowie einem Hauch Hopfen. Ungewöhnlich.
Interessant. Anregend. Der Schaum bricht sicher keine Rekorde, mutet
aber gelungen an. Die Farbe ist überraschend dunkel, geht schon
etwas über Dunkelgelb.
Oha. Was ist das denn? An was erinnert mich dies? - - - An verbranntes
Karamell! Überröstet. Nicht gerade biertypisch. Etwas exotisch.
Boah. Man oh man. Das scheint etwas schief gelaufen zu sein. Sehr seltsames
Aroma. Kann mir kaum vorstellen, dass das gewollt war. Eine Mischung
aus billigen Ostbock-Süssigkeiten und überröstetem Karamellzucker.
Zwar kann man ansatzweise gewisse Strömungen dem Malz zuordnen,
aber das kann es nicht sein. Zu schräg. Zu verschroben, fast absurd
für ein Bier, dieses Aroma. Zwar riskiere ich hier mit diesen Zeilen
wieder einen Anwaltskontakt – dennoch. Das ist echt nicht gelungen
bis übel, und ich schwanke zwischen einer Bewertung: n.m. (nicht
möglich) aus Gründen wie „schlecht geworden“,
„MHD überschritten“ (nicht der Fall!), „Kater
in den Braukessel gefallen“ oder „Braumeister verreist“
oder aber echt eine absolut superniedrige Wertung, denn dieses Bier
ist kaum zu trinken. Wenn man sich aber das Label anschaut und liest:
FLENSBURGER, dann tendiert man doch eher zu „n.m.“, denn
die nordischen Jungs sind ja eigentlich bekannt für gutes, süffiges
Bier. Aber dies ist in der Regel klar dem Hopfen verschrieben, und ein
Gold frönt ja eher dem Malz. Liegt es daran? - - - Wie auch immer.
Habe eben den dritten Schluck genommen und beschlossen, dieses Bier
NICHT weiter und schon gar nicht auszutrinken. Schluss hier. Und da
es eigentlich völlig normal schmeckt, bis auf das Aroma, also keinerlei
Fehlfunktionen an den Tag legt, gebe ich diesem Bier, und das, obwohl
ich schon im Hafen dieser wunderschönen Hafenstadt tüchtig
Bier trank und die Sonne hinterm Horizont verschwinden sah und dabei
kurz vor dem nächsten Pils ein verdammt stolzes Gefühl aufkommen
spürte, einfach nur, weil man da ist, die niedrigste Wertung. Mit
der Prämisse, dass eine Nachbewertung folgen wird/muss. - - Die
Anwälte werden schon dafür sorgen.
Fazit: Misslungen
Wertung: + [05/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt
Im Internet unter:
www.flens.de